News
 

Romney geht gegen Obama ins Rennen

Mitt Romney und seine Frau AnnGroßansicht

Tampa (dpa) - Der Zweikampf geht auf die Zielgerade: Nach einem turbulenten Parteitag schicken die Republikaner Mitt Romney in das Rennen gegen US-Präsident Barack Obama.

Bei dem Treffen in Tampa (Florida) brachen innerparteiliche Konflikte trotz klarer Mehrheit für den ehemaligen Gouverneur offen aus. In einer emotionalen Rede warb Romneys Ehefrau Ann für den Kandidaten. Der Wahlausgang am 6. November ist völlig offen. Der 65 Jahre alte Multimillionär gilt wegen seiner Wirtschaftskompetenz als gefährlicher Gegner Obamas.

Als die Mehrheit der knapp 2300 Delegierten ihre Stimme für Romney abgegeben hatten, brach minutenlanger Beifall aus. Eigentlicher Höhepunkt am Dienstag (Ortszeit) war die Rede Ann Romneys. Sie versuchte, ihren Mann in ein besonders gutes Licht zu stellen: Kritiker sehen in Romney einen kalten Karrieremenschen, der sein Mäntelchen nach dem Wind hängt. «Ihr könnt Mitt vertrauen», sagte Ann Romney. «Er ist der Mann, den Amerika braucht. Er wird nicht versagen.»

Mitt Romney erschien kurz auf der Bühne und küsste seine Frau zum Dank für ihre Worte. Er selbst wird erst zum Abschluss am Donnerstag seine mit großer Spannung erwartete Nominierungsrede halten - zum Höhepunkt des Parteitages wird es dann bunte Luftballons regnen. Auch der erzkonservative Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten Paul Ryan wurde in Tampa nominiert.

Es ist Romneys zweiter Anlauf auf das Weiße Haus, vor vier Jahren schied er bereits bei den Vorwahlen aus. Diesmal stehen Romneys Chancen deutlich besser. Umfragen sprechen seit Wochen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Obama. Der Präsident ist vor allem wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit und der schlechten Konjunktur verwundbar.

Romney, der vor seiner Zeit als Gouverneur in Massachusetts in der Privatwirtschaft Millionen verdiente, will den Wahlkampf in den nächsten zehn Wochen ganz auf Wirtschaftsthemen konzentrieren.

Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, der als Aufsteiger in der Partei gilt, griff Obama in Tampa frontal an. «Was in diesem Land fehlt, ist Führungskraft.» Überall im Land gingen Zweifel und Angst um. Der Weg aus der Krise sei aber lang und nicht frei von «schmerzhaften Lösungen». Vor allem die enormen Staatsschulden müssten radikal abgebaut werden.

In Tampa brachen ungewöhnlich scharfe innerparteiliche Konflikte aus. Zeitweise drohten turbulente Szenen und offene Proteste die sorgsam ausgeklügelte Parteitagsstrategie durcheinander zu bringen. Anhänger des radikalliberalen Ron Paul reagierten mit wütenden minutenlangen Buh-Rufen auf eine Änderung der Parteitagsstatuten, von der sie sich benachteiligt fühlen.

Die Delegierten verabschiedeten ein Wahlprogramm, in dem sie den weltweiten Führungsanspruch der USA bekräftigen. Die Republikaner betonen darin die Überzeugung, dass «unser Land einen einzigartigen Platz und eine einzigartige Rolle in der menschlichen Geschichte hat». Die USA seien für «Frieden durch Stärke».

Eine kaum verhüllte Warnung ging auch an die Europäer. In dem Wahlprogramm werden die Europäer indirekt aufgerufen, ihre Militärausgaben nicht weiter zu kappen, sonst könnte dies den Zusammenhalt der Nato gefährden.

Das strikt konservative Programm bekräftigt ausdrücklich das Recht auf das Tragen von Waffen in den USA und wendet sich gegen Homo-Ehe und Abtreibung. Illegale Einwanderung solle massiv bekämpft werden, die Grenzmauer zu Mexiko endlich fertiggebaut werden.

Wahlen / USA
29.08.2012 · 16:27 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
Es liegen momentan keine neuen Nachrichten vor.
 

 

Weitere Themen