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Röttgen sieht Bewegung in Klimaverhandlungen

Norbert RöttgenGroßansicht
Königswinter (dpa) - Nach dem Fiasko beim Klimagipfel in Kopenhagen im vergangenen Dezember keimt wieder Hoffnung auf: Die festgefahrenen Klimaverhandlungen kommen aus Sicht von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wieder in Gang.

«Es ist durch das Treffen wieder Bewegung in die Klimapolitik international gekommen», sagte Röttgen am Montagabend beim Petersberger Klimatreffen in Königswinter bei Bonn. Es gebe Fortschritte in verschiedenen Verhandlungsfeldern.

Deutschland will seine zugesagten 1,2 Milliarden Euro schneller Klima-Hilfe für arme Länder aufteilen. Davon sollen nach Angaben von Röttgen 350 Millionen Euro in den Waldschutz fließen, der Rest zu gleichen Teilen in die Minderung von Treibhausgasen und die Anpassung an den Klimawandel.

Röttgen sprach beim «Petersberger Klimadialog» von einer guten Zwischenbilanz und konstruktiven Gesprächen. Vor dem Abschlusstag sagte er, es gebe grundsätzliche Aufgeschlossenheit für den internationalen Handel von Rechten zum Ausstoß der Treibhausgase. «Ich glaube, dass man dort einen wirklichen Fortschritt erzielt hat.» Es gehe darum, solche Marktmechanismen auch in Schwellenländern zu nutzen. Der Umweltminister sieht zudem große Einigkeit beim Waldschutz und weitgehende Übereinstimmung bei Kooperationen zu Klimatechnologien.

UN-Klimachef Yvo de Boer hofft beim nächsten Weltklimagipfel im November/Dezember in Mexiko auf greifbare Ergebnisse. «Ich denke, dass Fortschritte möglich sind.» In Cancún müsse ein Gerüst angepeilt werden zur Minderung von Treibhausgasen, zu Finanzhilfen für arme Länder, Technologietransfer und Anpassung an den Klimawandel. Daraus könne später ein neues Abkommen geformt werden. Über die rechtliche Verbindlichkeit müsse noch beraten werden. Cancún wird nach Ansicht des UN-Klimachefs nur ein wichtiger Zwischenschritt. Es werde bei Treibhausgasen noch kein Ergebnis herauskommen, das die Erderwärmung auf zwei Grad begrenze.

Beim Kopenhagener UN-Klimagipfel in Dezember war es nicht gelungen, verbindliche Ziele zu vereinbaren. Die Vertreter von rund 40 Ländern versuchen beim «Petersberger Klimadialog» auf Einladung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bis zu diesem Dienstag, neue Bewegung in die Verhandlungen zu bringen und konkrete Projekte in Gang zu setzen.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht die Ursache für die bisher stockenden Klimaschutzverhandlungen vor allem bei US-Präsident Barack Obama. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnte die Bundesregierung, wegen der schlechten Haushaltslage und der Griechenland-Krise beim Klimaschutz auf die Bremse zu treten.

Klima / Konferenz
03.05.2010 · 20:46 Uhr
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