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Risse verzögern Inbetriebnahme neuer Kohlekraftwerke

Berlin (dts) - Die Inbetriebnahme von mindestens vier modernen Kohlekraftwerken in Deutschland verzögert sich um mehrere Monate. Das berichtet der "Spiegel". Ursache sind Risse im Stahl des Druckkessels, wie sie beim Anfahren des neuen Kohlekraftwerks in Duisburg aufgetreten waren.

In den Kesseln ist ein Hightech-Stahl namens T24 verbaut worden, bei dem sich an den Schweißnähten Spannungsrisse bilden. Nach "Spiegel"-Informationen sind neben Duisburg auch die neuen Anlagen in Boxberg, Hamburg-Moorburg und Wilhelmshaven betroffen. Beim größten deutschen Kraftwerksneubau in Neurath musste Betreiber RWE Vorsorgemaßnahmen ergreifen, damit die Anlage in den nächsten Wochen in Betrieb gehen kann. Gebannt schaut die Branche nun nach Duisburg, wo die Ingenieure das Kraftwerk seit voriger Woche erneut anwerfen und beobachten, ob sie die Undichte beim Stahl beseitigen konnten. "Wir sind sehr sicher, dass es jetzt klappen wird", sagte Helge Schulz, Sprecher der Herstellerfirma Hitachi Power Europe, dem "Spiegel". Verursacht würden die Risse von einer Beize, mit der der Kessel gereinigt wurde. Ein Anlagenprüfer fürchtet jedoch, der Kessel könne "keine 600 Stunden" standhalten. Auch Fachleute bei den Betreibern glauben, dass das Problem tiefer geht, berichtet der "Spiegel". Im schlimmsten Fall müssten die 100 Meter hohen Kessel ausgetauscht werden, womit sie für die Stromproduktion jahrelang ausfielen.
DEU / Unternehmen / Energie
10.04.2011 · 09:40 Uhr
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