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Richter erlaubt Homo-Trauungen in Kalifornien

Unterstützer der Homo-Ehe jubeln über die Entscheidung, das Verbot von Eheschließungen für verfassungswidrig zu erklären (Archivbild). Ab kommender Woche sind die Trauungen wieder möglich.

San Francisco (dpa) - Befürworter der Homo-Ehe in den USA haben einen weiteren Sieg errungen. Schwule und Lesben im US-Westküstenstaat Kalifornien dürfen nach einer Entscheidung des Bundesgerichts in San Francisco wieder heiraten.

Richter Vaughn Walker gab den Standesämtern am Donnerstag grünes Licht, die Trauungen vom kommenden Mittwoch an durchzuführen, berichtete der «San Francisco Chronicle». 2008 waren Homo-Trauungen wenige Monate legal, wurden dann aber wieder verboten.

Der Richter hatte vorige Woche das bestehende Verbot der Homo-Ehe in Kalifornien für verfassungswidrig erklärt und damit gekippt. Er gab zunächst aber nicht automatisch die Erlaubnis für eine sofortige Wiederaufnahme gleichgeschlechtlicher Eheschließungen.

Die Gegner, die sich für das traditionelle Gelöbnis zwischen Mann und Frau stark machen, waren gegen das Urteil in der vergangenen Woche in Berufung gegangen. Sie pochten darauf, dass keine Eheschließungen erlaubt werden, solange der Fall durch die Instanzen geht. Rechtsexperten rechnen damit, dass am Ende der Oberste Gerichtshof in Washington ein abschließendes Urteil fällen wird.

Der Richter stellte sich nun erneut hinter die Verfechter der Homo-Ehe. Unterstützung hatte er dabei auch von dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger erhalten. Es sei im «besten Interesse» des Staates, heiratswilligen schwulen und lesbischen Paaren sofort entgegenzukommen, machte Schwarzenegger in einem Schreiben an den Richter geltend. Der Republikaner lobte die jüngste Entscheidung. Sie mache Kalifornien zu einem Ort, der «Freiheit und Gleichheit für jedermann» bietet.

Viele Heiratswillige waren am Freitag aber enttäuscht, dass sie nun noch eine knappe Woche warten müssen. In dieser Zeit könnte ein Berufungsgericht möglicherweise einschreiten und die Erlaubnis blockieren. «Ich bin richtig enttäuscht», sagte die Kalifornierin Ceda Pedersen dem «San Francisco Chronicle». Sie hatte darauf gehofft, ihre Partnerin schon am Freitag heiraten zu können.

Im Mai 2008 hatten die obersten Richter in San Francisco schwulen und lesbischen Paaren zunächst grünes Licht zum Heiraten gegeben. Bei einem Referendum rund ein halbes Jahr später hatten 52 Prozent der Wähler dann gegen die Homo-Ehe gestimmt. Die rund 18 000 Ehen, die bis dahin geschlossen wurden, blieben aber gültig.

In fünf US-Bundesstaaten - Connecticut, Massachusetts, Iowa, New Hampshire und Vermont - dürfen Schwule und Lesben den Bund fürs Leben schließen. Rund 30 der 50 Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, dass die Ehe ausschließlich eine Sache zwischen Mann und Frau ist. Allerdings haben in Kalifornien und einigen anderen Staaten zusammenlebende Homosexuelle ähnliche Rechte wie heterosexuelle Paare.

Gesellschaft / Justiz / USA
13.08.2010 · 11:15 Uhr
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