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Rheinstrecke bleibt nach IC-Unglück vorerst gesperrt

Zug entgleistGroßansicht

St. Goar (dpa) - Nach dem Zugunglück mit mehreren Verletzten nahe des Loreleyfelsens bleibt die linksrheinische Bahnstrecke vorerst gesperrt.

Es sei noch nicht absehbar, wann die Unglücksstelle wieder freigegeben werden könne, teilte die Deutsche Bahn am Montag in Frankfurt mit. Am Dienstag ständen zunächst umfangreiche Arbeiten am Gleis an. Ein Unwetter und starker Regen hatten am Sonntag einen Erdrutsch ausgelöst, daraufhin war ein Intercity mit etwa 800 Menschen an Bord zwischen St. Goar und Fellen entgleist. Der Lokführer erlitt einen Oberschenkelbruch, zehn Fahrgäste und vier Zugbegleiter kamen mit leichten Verletzungen davon.

Bahnmitarbeitern war es am Montag mit Hilfe großer Kräne gelungen, die entgleiste IC-Lokomotive und alle Waggons wieder auf die Schienen zu stellen. Da die Lok nicht mehr fahrbereit war, sollte sie auf Ersatzachsen gestellt und abgeschleppt werden. Der Fernverkehr zwischen Koblenz und Mainz wurde zunächst über die rechte Rheinseite umgeleitet. Die Reisezeit verlängert sich laut Bahn zwischen den beiden Stopps um etwa eine halbe Stunde.

Im gesamten Rheintal mit seinen teils steilen Hängen drohten grundsätzlich Erdrutsche, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Unfall wird nun von Experten der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) in Bonn geprüft. Ein Unglück dieser Größenordnung sei meldepflichtig, sagte ein Sprecher der EUB. Nun werde unter anderem untersucht, ob der Hang an der Unfallstelle ausreichend gesichert war.

Die Rettungsaktion für die Zugpassagiere bezeichnete der Sprecher der Bundespolizei als «Meisterleistung». In rund zwei Stunden sei der Zug geräumt gewesen. Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk hatten Passagiere und Gepäck unter anderem mit Drehleitern aus dem Zug geholt.

Unfälle / Bahn
12.09.2011 · 17:43 Uhr
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