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Republikaner starten Kandidaten-Kür in Iowa

Umfragen zufolge hat Mitt Romney die größten Chancen, Herausforderer von Barack Obama zu werden. Foto: Jim Lo ScalzoGroßansicht

Des Moines (dpa) - Wahlkampf bis zur allerletzten Sekunde: Die Bewerber um die republikanische US-Präsidentschaftskandidatur haben noch am Tag ihrer ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa um jede Stimme geworben.

Bis zuletzt war offen, welcher Kandidat am Dienstagabend (Ortszeit) den wichtigen Stimmungstest bei der Suche nach einem Herausforderer von Präsident Barack Obama gewinnen würde. Jüngsten Umfragen zufolge war ein äußerst spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten.

Meinungsforschern zufolge lagen der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney (64), und der Kongressabgeordnete Ron Paul (76), der so wenig Staat wie möglich will, nur hauchdünn auseinander. Zuletzt stark aufgeholt in der Wählergunst hatte überraschend der Ex-Senator aus Pennsylvania, Rick Santorum (53). Er ist nun Drittplatzierter. Die Ikone der populistischen Tea-Party-Bewegung und einzige Frau im Rennen, Michele Bachmann (55), ist dagegen in der Wählergunst deutlich abgerutscht.

Den ganzen Dienstag über suchten die sieben bekannten Bewerber mit Auftritten und angriffslustigen Werbespots im Fernsehen die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. 41 Prozent hatten bei einer der gewöhnlich verlässlichen Umfragen der Zeitung «Des Moines Register» angegeben, sich noch nicht eindeutig entschieden zu haben. Nur 51 Prozent meinten, sich bereits endgültig für einen Kandidaten entschieden zu haben. Mit ersten Ergebnissen wurde für Mittwochmorgen deutscher Zeit gerechnet.

Unmittelbar vor der Vorwahl attackierte Romney auch Obama scharf. Dessen Politik, Amerika in einen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Muster zu machen, «vergiftet den Geist Amerikas und verhindert, dass wir eine Nation unter Gott sind», sagte Romney bei einem Auftritt. Der demokratische Amtsinhaber beendete pünktlich zum Start des Wahljahres seinen Weihnachtsurlaub in Hawaii. Auch seine Partei sollte in Iowa am Dienstag ihren Präsidentschaftskandidaten bestimmen - allerdings steht allein Obama auf dem Stimmzettel. Er kündigte an, sich am Abend per Video in die Versammlungen der Demokraten in Iowa schalten zu lassen.

Die parteiinternen Vorwahlen in Iowa im Mittleren Westen sind traditionell der Auftakt des Wahljahres in den Vereinigten Staaten. Zwar hat der kleine Agrarstaat mit lediglich drei Millionen Einwohnern geringes politisches Gewicht - er stellt beim entscheidenden Parteitag der Republikaner Ende August gerade mal ein Prozent der Delegierten. Dennoch gilt die Abstimmung als Stimmungsbarometer. Vor allem: Wer in Iowa gut abschneidet, kann auf weitere Wahlkampfspenden hoffen. Obama etwa startete 2008 seinen Triumphzug mit einem Auftaktsieg in Iowa.

Dort gilt als entscheidend, wer die meisten Unterstützer zur Teilnahme an den mehr als 1700 Parteiversammlungen bewegen kann, in denen am Dienstagabend nach Diskussionen und Abstimmungen der Präsidentschaftskandidat des Staates bestimmt wird. Danach folgen in den 49 anderen Staaten sowie in den Territorien der USA weitere Vorwahlen. Bereits kommende Woche wird in New Hampshire abgestimmt. Noch im Januar folgen dann South Carolina und Florida. Die Präsidentenwahl ist am 6. November.

Wahlen / USA
03.01.2012 · 19:49 Uhr
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