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Report: Westerwelles erster Gipfel

Westerwelle und MerkelGroßansicht
Brüssel (dpa) - Bewusst als Tandem sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr neuer Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bei ihrem ersten gemeinsamen EU-Gipfel aufgetreten. Besondere Verständigungsprobleme wegen mangelhafter Sprachkenntnisse zeigte der neue deutsche Chefdiplomat nicht.

Merkel und Westerwelle hatten zuvor verabredet, dass sie vor den wartenden Journalisten am Ratsgebäude nacheinander jeweils eine kurze Erklärung abgeben wollten - bei bisherigen EU-Treffen der Staats- und Regierungschefs war das nicht üblich. Die Kanzlerin hatte bei Ankunft stets allein das «Rederecht».

Diesmal ganz anders. Merkel äußerte sich routiniert zum Klima-Streit in der EU. Westerwelle beließ es bei ein paar Begrüßungssätzen: «Es ist eine glückliche Fügung, dass ich am ersten Tag nach der Amtsübernahme so viele Kollegen treffen kann ...»

Beim Familienfoto der Gipfelteilnehmer und am Rande der Sitzungen bewegte sich Westerwelle ohne große Probleme. Nicht nur zum Small-Talk, sondern auch «themenbezogen», wie Anwesende beobachteten, ging der FDP-Mann auf möglichst viele Gipfel-Teilnehmer zu. Zur Sicherheit bereitstehende Dolmetscher mussten nicht sprachlich zur Hilfe kommen, wurde versichert.

«Sein Englisch ist ordentlich», hieß es anschließend. Unmittelbar nach der Bundestagswahl hatte sich Westerwelle bei einer Pressekonferenz in Berlin geweigert, eine auf Englisch formulierte Frage eines britischen Journalisten auch auf Englisch zu beantworten. Dies war anschließend zur vielzitierten ersten Medien-Panne des FDP-Chefs avanciert.

Dass er auch anders kann, zeigte er jetzt in Brüssel. «Ganz entspannt und völlig unproblematisch» sei das Gespräch mit Javier Solana, dem Chefdiplomaten der EU verlaufen, berichteten Diplomaten anschließend. Sprachlich etwas schwieriger gestaltete sich dagegen Westerwelles erstes Zusammentreffen mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy am Gipfel-Tisch.

Auch hier betätigte sich Merkel als Türöffner. Sie fasste Westerwelle am Arm und stellte Sarkozy ihren «Neuen» vor. Hier musste der Dolmetscher für Kanzlerin und Westerwelle gleichermaßen eingreifen - beide sind nicht besonders frankophon.

EU / Gipfel
30.10.2009 · 07:24 Uhr
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