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Report: Vergeblich gewartet und gehofft

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Rio de Janeiro (dpa) - Bestürzung, Angst und quälende Ungewissheit an den internationalen Flughäfen in Rio de Janeiro und Paris: Die Nachricht über den vermutlichen Absturz einer Air-France-Maschine auf dem Weg von Brasiliens Touristen-Hochburg in die französische Hauptstadt trieb viele Angehörige der 216 Passagiere und zwölf Crew-Mitglieder zu den Airports.

Sichtlich erschüttert wurden sie von Betreuern in Empfang genommen und vorbei an wartenden Kameras und Mikrofonen geführt. 26 Deutsche waren nach Angaben der Air France in der Maschine, die mitten über dem Atlantik plötzlich und bislang ohne Erklärung jeglichen Kontakt zu den Flugsicherheitsbehörden verlor.

Unter den Passagieren waren offensichtlich viele Geschäftsreisende, die einen der wenigen Linien-Direktflüge von Rio nach Europa nutzten. Auch ein Top-Manager des deutschen ThyssenKrupp- Konzerns saß im Flugzeug. Das Vorstandsmitglied der Thyssen Steel AG und Aufsichtsrats-Vorsitzender des ThyssenKrupp-Joint-Ventures Companhia Siderúrgica do Atlântico (CSA), Erich W. Heine (41), wollte nach Medienangaben von Paris weiter nach Deutschland fliegen. «Herr Heine war auf den Flug gebucht. Das ist furchtbar. Aber es gibt noch keine endgültige Bestätigung», sagte ein Konzernsprecher der dpa.

Auf dem Flughafen in Rio wurden die verängstigten Angehörigen der Passagiere in einem abgetrennten Bereich des «Terminal 2» psychologisch und medizinisch betreut. Für sie gab es auch mehr als 21 Stunden nach dem Start des Fluges AF 447 am Montagnachmittag (Ortszeit) keine Gewissheit. Allerdings sei das Schlimmste zu befürchten, sagte ein Sprecher der Airline.

Auch in dem vom Flughafen weit entfernt liegenden Stadtviertel Barra da Tijuca informierte die Air France die Angehörigen in einem abgetrennten Bereich des Hotels Windsor über den neuesten Stand. «Dort sind auch Psychologen, Air-France-Mitarbeiter und Mediziner im Einsatz», sagte der Vertreter der Fluggesellschaft, Jorge Assunção, der dicht umringt von Journalisten im Flughafengebäude die aus Frankreich geschickte Mitteilung verlas. Assunção hatte kurz zuvor die Zahl der deutschen Passagiere mit etwa 18 angegeben. Nur kurze Zeit später erhöhte sich die Zahl auf 26.

In Rio beklagte ein Angehöriger, telefonisch keine Auskünfte beim Air-France-Schalter am Flughafen erhalten zu haben. Auch sei er nicht zurückgerufen worden, obwohl er seine Telefonnummer hinterlassen habe. Er habe sich deshalb entschieden, direkt zum Flughafen rauszufahren. In Paris eilten zahlreiche Angehörige zum Flughafen Charles de Gaulle, wo sie von Betreuungsteams empfangen wurden,. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sprach auf dem Flughafen von einer «Katastrophe». Er traf die Familien und betonte: «Die Chancen, Überlebende zu finden, sind minimal.»

Die Air-France-Flüge von Rio nach Paris werden häufig von Geschäftsreisenden aus Europa genutzt. Nach Medienberichten war auch der Südamerika-Präsident des französischen Reifenherstellers Michelin an Bord, der zu Beratungen nach Frankreich fliegen wollte. Den Flug nutzten auch Reisende aus zahlreichen anderen Ländern: Österreich, Schweden, Spanien, Großbritannien, Libanon und Marokko sind nur einige wenige der insgesamt rund 30 Herkunftsländer.

An Bord der Maschine waren auch sieben Kinder und ein Baby. Die brasilianische Luftwaffe fliegt seit den frühen Morgenstunden mit insgesamt fünf Militärmaschinen einen Teil der Flugroute ab. Auch drei Schiffe und zwei Hubschrauber sind im Einsatz. Bislang blieb die Suche ergebnislos.

Luftverkehr / Unfälle / Frankreich
02.06.2009 · 01:21 Uhr
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