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Report: Trauer um Mirco in Grefrath

Grefrath (dpa) - «Sag endlich wo Mirco ist!!!» steht in großen schwarzen Buchstaben auf einem weißen Plakat. Es hängt an der Landstraße zwischen Wachtendonk und Grefrath, in den flachen Weiten des Niederrheins.

Zeugen hatten an dieser Stelle einen dunklen VW Passat beobachtet, an jenem Tag im vergangenen September, als der damals zehnjährige Mirco verschwand. Endlich führte dieser Hinweis zum Ermittlungserfolg.

Erleichtert sei sie, dass endlich ein Verdächtiger festgenommen worden sei, sagt die Verkäuferin einer Bäckerei im Zentrum von Grefrath, Mircos Heimatort. «Immer, wenn man ein schwarzes Auto gesehen hat, hat man gehofft, dass nicht noch etwas passiert.»

In ständiger Unruhe sei der 16 000-Einwohner-Ort, in dem Mirco aufgewachsen und zur Schule gegangen war, in den letzten Monaten gewesen. Das rege Vereinsleben wie gelähmt. «Hier hoffen alle, dass es wirklich der richtige Täter ist, und dass die Kinder endlich wieder ohne Aufsicht zur Schule und auf den Spielplatz gehen können.»

Grefrath kennt kein anderes Thema an diesem Tag. «Alle meine Kunden reden davon, es ist halt ein kleiner Ort», sagt der türkische Händler, der vor dem Supermarkt Vorspeisen verkauft, und nimmt einen Zug von seiner Zigarette. «Keiner weiß etwas Genaues, aber alle hoffen, dass es stimmt - dass der Täter gefunden worden ist, und endlich wieder Ruhe einkehrt in Grefrath.»

In die Erleichterung mischt sich tiefe Trauer. «Ich kannte Mirco vom Sehen», sagt Lea Vujnovac, die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz bei einem Discounter ist. «Meine Nichte ist auch so ein kleiner Stöpsel und die beiden haben oft miteinander gespielt. Er war so ein lieber Junge.» Dass der Täter aus dem Landkreis stamme, hat sich die junge Frau schon gedacht. «Wie der gefahren ist, diese Strecke nehmen nur Einheimische. Vielleicht bin ich dem sogar schon einmal begegnet, beim Einkaufen, oder so - ein schreckliches Gefühl.»

«Die Geschichte nimmt uns alle mit, besonders die Eltern», sagt ein Mitarbeiter der Malerei Deckers, der mit seinem Auto auf einem Parkplatz wartet. «Es ist eine Katastrophe. Wirklich erleichtert bin ich erst, wenn alles vollständig aufgeklärt ist.»

Kriminalität / Kinder
28.01.2011 · 22:44 Uhr
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