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Report: Nur Wenige bemerken strengere Kontrollen

Frankfurt/Main (dpa) - Bei dem einen schnüffeln Sprengstoff-Hunde am Gepäck, andere stehen länger Schlange als sonst oder müssen durch zwei Sicherheitskontrollen.

Doch das Gros der Flugreisenden aus aller Welt, die am Mittwoch am größten deutschen Flughafen in Frankfurt landen, hat nach dem kürzlich vereitelten Flugzeug-Attentat in den USA kaum Änderungen in den Sicherheitsvorkehrungen bemerkt. Von neuen Regelungen an Bord der Maschinen kann niemand berichten. «Ich durfte bei meinem Lufthansa-Hinflug gestern erstmals meine Pilates-Gewichte nicht im Handgepäck mitnehmen, daher hab' ich meinen Anschluss-Flug verpasst», sagt Torsten Klug (38), gerade von einem Kurztrip nach Madrid wiedergekommen. Ansonsten: «Alles normal».

Dass bei der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen Alarmbereitschaft herrscht, zeigt ein Vorfall am Vormittag: Eine Journalistin hat - etwas gedankenlos - ihren Laptop-Rucksack unter einer Sitzreihe im Ankunftsterminal abgestellt. Sofort laufen mehrere Polizisten herbei und riegeln den Bereich ab. Gerade in der derzeitigen Lage werde umgehend reagiert, erklärt ein Polizist.

Unter Passagieren, die nicht aus den USA kommen, ist der Tenor: Nichts ist noch strenger als sonst - sei es bei Ankömmlingen aus Sri Lanka, Budapest, Sao Paulo oder Vancouver. Als einer der wenigen meint Daniel Prebezac (26), gerade aus Zagreb eingetroffen: «Die Kontrollen waren härter, ich musste erstmals meine Schuhe ausziehen, und man wurde noch viel gründlicher abgetastet.» Und Anmar Al Kasha (25), der aus Istanbul eingeflogen ist, berichtet, dass man seinen irakischen Pass in Istanbul etwa eine halbe Stunde auf seine Echtheit geprüft habe. Das sei ihm bei einem Istanbul-Aufenthalt vor sechs Monaten nicht passiert. «Aber da hatte ich auch noch meine deutsche Freundin mit dabei.»

Aber auch die Ankömmlinge aus den USA machten ganz verschiedenen Erfahrungen - je nachdem, von welchem US-Flughafen sie starteten. «Wir standen viel länger Schlange - gut eine Stunde. Und wir mussten durch zwei Security-Checks», sagt Tom Peet (63). Er meint, der extra Check sei «sehr unkontrolliert gemanagt» worden. «Das war sehr provisorisch, die hatten da zwei Wartehallen-Bänke aufgestellt - als zweiten Kontrollschalter», berichtet eine Frau, die auch aus New York eintrifft. Marc und Gabriele Oberkirch brauchten als Business-Class- Reisende im JFK-Airport von der Lounge bis zum Flieger 15 Minuten und nahmen kaum Änderungen wahr. Die 62-Jährige meint aber: «Man hat das doch noch im Hinterkopf, ich hab' mir einige Passagiere während des Fluges etwas genauer angeguckt.»

Jesper Brown (52) landete aus Denver in Frankfurt: «Bei der Handgepäck-Kontrolle waren ungefähr 15 Extra-Polizisten mit Hunden um uns herum», sagt er. «Ein Hund hat auch meine Tasche nach Sprengstoff durchschnüffelt, das hab' ich noch nie erlebt.» John Lord (20), von einem kleinen New Yorker Flughafen über Washington in die deutsche Banken-Metropole geflogen, hat weder längere Wartezeiten noch härtere Kontrollen auf sich nehmen müssen. «Wir mussten ja schon immer die Schuhe ausziehen und so», sagt er. «Aber ich war schon etwas verwundert. Ich hatte nach dem, was passiert ist, irgendwie noch neue Sicherheitsmaßnahmen erwartet.»

Terrorismus / Luftfahrt / USA / Deutschland
30.12.2009 · 16:25 Uhr
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