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Report: Nachbarn entsetzt und fassungslos

Jugendliche stehen  vor dem Haus, in dem der Attentäter vom Frankfurter Flughafen angeblich gewohnt hat.Großansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Fassungsloses Staunen und Entsetzen in der Hochhaussiedlung in Frankfurt-Sossenheim: Die Nachbarn des Attentäters vom Frankfurter Flughafen können nicht glauben, dass dieser ein gewalttätiger, radikaler Islamist sein soll.

Unauffällig, schüchtern und ruhig sei der 21-Jährige gewesen. «Ich hätte nie gedacht, dass er einer Fliege was zuleide tun kann», sagt ein Nachbar, der im selben elfstöckigen Hochhaus lebt wie Arids Familie, seinen Namen aber nicht sagen will. «Das ist eine nette Familie, die immer grüßt.»

Seit etwa 14 Jahren lebt die Familie aus dem Kosovo in einer modern eingerichteten Eigentumswohnung in dem braun-weißen Hochhaus am Anfang einer Sackgasse, wie ein anderer Mitbewohner erzählt. Auch er will anonym bleiben. Die Gegend sei zwar ein sozialer Brennpunkt, «Arids Familie gehört aber zu den Guten».

Besonders religiös seien weder der Vater noch die Mutter, die kein Kopftuch trage, erzählen andere Nachbarn, die allesamt ihren Namen nicht verraten wollen. Auch Arids Brüder - der eine älter, der andere jünger - seien nicht als religiös aufgefallen. Der Vater arbeitete den Angaben zufolge zuletzt in einem kleinen Dachdecker-Unternehmen von Arids Onkel. Arids größerer Bruder ist dort immer noch beschäftigt. Vor dem Hochhaus parkt ein weißer Kastenwagen, auf dem ein Firmen-Schriftzug mit Arids Familiennamen zu erkennen ist.

Und Arid? Er sei freitags regelmäßig in eine Moschee gegangen, aber überhaupt nicht als fundamentalistisch, fanatisch oder gar gewalttätig aufgefallen, sind sich die anzutreffenden Nachbarn aus der Hochhaussiedlung einig. Er habe sich vielmehr sozial engagiert und nach dem Abitur bei einem moderaten Islamischen Verein in Frankfurt ein soziales Jahr in der Altenpflege absolviert.

Auch bei seinem letzten Arbeitgeber - dem Internationalen Postzentrum am Flughafen, wo er als Aushilfe jobbte - fiel Arid überhaupt nicht auf. «Wir waren mit seiner Arbeitsleistung zufrieden», sagte Post-Sprecher Stefan Heß. Ende März sollte der Vertrag des 21-Jährigen in der Poststelle auslaufen, die nur wenige Gehminuten von dem Ort entfernt liegt, wo Arid am Mittwoch zwei US-Soldaten erschoss und zwei andere lebensgefährlich verletzte.

Terrorismus / USA / Deutschland
03.03.2011 · 22:49 Uhr
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