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Report: Maschinenpistolen für die Sicherheit

Die Bundesregierung hat Hinweise darauf, dass es noch in diesem Monat in Deutschland einen Anschlag geben soll. Mögliche Ziele wie Flughäfen, Bahnhöfe oder Touristenmagneten werden nun verstärkt gesichert.Großansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Maschinenpistolen und schusssichere Westen neben Urlaubsvorfreude und Reisefieber: Direkt vor den Ticket- Schaltern an Deutschlands größtem Flughafen patrouillieren seit der Terrorwarnung stark bewaffnete Streifen der Bundespolizei.

Auch mehr Zivilfahnder sollen in den Hallen der beiden Terminals unterwegs sein, um zwischen den Reisenden Terrorverdächtige aufzuspüren.

Für den Ernstfall stehen Panzerwagen vor den Abfertigungshallen bereit, um Verletzte schnell und sicher abtransportieren zu können. Auch am Frankfurter Hauptbahnhof sind seit Mittwoch mehr Polizisten sichtbar. Zwar gibt es keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag: «Flughäfen und größere Bahnhöfe stehen allerdings im Zielfeld möglicher Attentäter», sagt der Chef der Flughafenpolizei, Wolfgang Wurm.

Mehr Beamte seien am Flughafen zwar nicht im Einsatz. Durch die stärkere Bewaffnung der Kräfte stehe aber «eine erhöhte Feuerkraft zur Verfügung», wie der Präsident der Bundespolizeidirektion sagt. Zusätzliche Streifen seien aus dem Abschnitt hinter den Sicherheitskontrollen in die Abfertigungshallen verlegt worden. Rund 400 der 2100 Polizisten am Flughafen sind permanent im Dienst.

Auf längere Kontrollen vor dem Abflug müssen sich die Passagiere aber noch nicht einstellen. Nur im Einzelfall könne es mal länger dauern, sagt Wurm. Die Gepäckkontrollen in Deutschland und der EU seien gut genug und müssten nicht verschärft werden. «Wir legen Wert darauf, dass aktuell keine Gefahr besteht», betont der Polizeichef. «Es gibt keinen konkreten Hinweis für den Flughafen Frankfurt.» Zuletzt hatte die Polizei an Flughafen und Hauptbahnhof vor der Bundestagswahl 2009 vergleichbare Maßnehmen ergriffen.

Die meisten Urlauber lassen sich von der Terrorwarnung und den Polizisten mit Maschinenpistole nicht aus der Ruhe bringen. In Halle B des Terminals 1 liest Karin Köhlich aus Garmisch ungerührt ihren «blutigen Krimi», während sie auf den Flug nach Tunesien wartet. «Die Terrorwarnung macht mir keine Angst. Ich bin der totale Optimist», sagt sie. Bei dem Wort Terror stellen sich Erika Hauy aus dem Saarland allerdings die Nackenhaare auf. «Da bekomme ich schon eine Gänsehaut», sagt sie auf dem Weg zum Check-In. «Es wird aber so viel an die Presse gegeben, das verunsichert doch die Leute. Man weiß nie, ist das jetzt wahr oder nicht.»

Ein leichtes Kribbeln im Magen spürt auch Verena Hetkamp kurz vor ihrem Abflug in den Urlaub. «Ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht eher meine Flugangst ist», sagt sie und warnt ebenfalls vor Panikmache. «Ich fühle mich hier schon gut aufgehoben.» Das geht auch ihrem Begleiter Carsten Kettermann aus Hamm so, mit dem sie auf dem Weg nach Mauritius ist. «Ich habe keine Angst. Draußen mit dem Verkehr ist es doch viel gefährlicher als am Bahnhof oder Flughafen.»

Innere Sicherheit / Terrorismus
17.11.2010 · 23:05 Uhr
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