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Report: Labore wissen nicht, wo sie suchen sollen

Eine Mitarbeiterin des Veterinärinstitut Hannover bereitet einen Test vor.Großansicht

Kassel (dpa) - In den vergangenen Tagen stapelten sich noch die Proben spanischer Gurken - seit der neuen Suche nach der Quelle des EHEC-Ausbruches sind die Labore nun im Wartestand.

Im Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) in Kassel sind die Lebensmitteltests aus den betroffenen hessischen Kantinen abgeschlossen - ohne Befund. Doch die Veterinärämter liefern weiter «verdächtiges» Gemüse an. «Die wählen die Proben aus. Die Entscheidung über die Strategie fällt das Ministerium», berichtet Thomas Böhm vom LHL am Mittwoch.

Die Unsicherheit bei den Verbrauchern wird derweil immer größer. «Auf frisches Obst und Gemüse verzichten wir komplett», sagt Heike Reinemann von der Kindertagesstätte im nordhessischen Calden. Auch viele Regale der Tafel in Kassel, die überschüssige Lebensmittel sammeln und diese an bedürftige Menschen weitergeben, sind leergefegt. «Wir haben Gurken, Tomaten, Salat aus den Regalen genommen und keine neuen Waren angenommen», betont Helmut Weiß aus dem Tafel-Vorstand.

Däumchendrehen ist im Labor bei Böhm und seinen Mitarbeiter jedoch nicht angesagt. «Wir bekommen laufend Proben rein: Salat und anderes Gemüse», erzählt er. «Diese werden breit untersucht.» Bis zu einem ersten Ergebnis «positiv oder negativ» dauert es bis zu zwei Tage. Wenn in einer der Proben das Gift nachgewiesen werde, das den EHEC-Keim so gefährlich macht, dauert es weitere sechs Tage, bis der Erreger-Stamm isoliert ist. Erst bei der danach folgenden genaueren Untersuchung könne ein kürzlich vorgestellter Schnelltest helfen.

Auch nach hunderten negativen Proben - bei einer letzten kam das negative Ergebnis laut hessischem Umweltministerium am Mittwoch - resigniert Böhm noch lange nicht. Er sei nicht überrascht, dass die Untersuchungen ohne Befund waren. Außer Gurken und Salat wurden auch Erdbeeren oder Petersilie getestet. «Ich bin erleichtert, wenn ich nichts finde, denn ich esse gern Salat. Aber es wäre gut, wenn man herauskriegt, wie es dazu kam.»

Also geht die Suche weiter: Patienten und Kantinenbetreiber werden befragt, weitere Lebensmittel-Rückstellproben untersucht. «Dennoch besteht die Gefahr, dass es nicht zu ermitteln ist, wie die Patienten sich infiziert haben», sagte der Sprecher des hessischen Umweltministeriums, Thorsten Neels.

Gesundheit / Infektionen
01.06.2011 · 22:52 Uhr
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