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Report: Grüne jubeln lautstark in Mainz

Triumph für die Grünen in Rheinland-Pfalz: Die Spitzenkandidaten Eveline Lemke und Daniel Köbler in der Landeshauptstadt Mainz

Mainz (dpa) - Lauter gejubelt als die Grünen hat bei den Wahlpartys der rheinland-pfälzischen Parteien an diesem Sonntag wohl keiner. Dabei haben SPD und CDU deutlich bessere Ergebnisse eingefahren. Allerdings mussten die Sozialdemokraten große Verluste verbuchen.

Die Party der FDP war vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hatte. Die Liberalen verpassten den Einzug in den Landtag.

SPD: Erst Stille und verkniffene Gesichter, dann Riesen-Jubel und rhythmisches Klatschen. Das gute Abschneiden der Grünen hat die Stimmung auf der SPD-Wahlparty gerettet. «Für mich ist es aber eine gedämpfte Freude», sagt einer von mehreren hundert Gästen im SPD-Fraktionssaal in Mainz. «Wir sind wohl stärkste Fraktion und den Grünen kann man nur gratulieren«, sagt die Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Trier-Saarburg, Katarina Barley. Viele hier hatten zuvor mit dem Verlust der absoluten Mehrheit gerechnet. Aber die SPD bleibt wohl an der Macht: «Es wird Rot-Grün geben», sagt eine Frau.

Grüne: Mit einem Urschrei aus 400 Kehlen haben die Grünen die Rückkehr in den Mainzer Landtag gefeiert, als die ersten Prognosen ihr bestes Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz vorhersagten. «Es ist der Wahnsinn», ruft Spitzenkandidat Daniel Köbler kurz nach halb sieben den Parteianhängern zu. «Wir Grüne haben heute Geschichte geschrieben.» Minutenlang hatte er sich mit Eveline Lemke durch die jubelnde Menge auf die Bühne gekämpft. «So sehen Sieger aus», skandierten die Massen. «Das ist euer Ergebnis», gab Lemke die Komplimente zurück. Bei der Basis rieb sich mancher noch verwundert die Augen.

CDU: Stakkato-Klatschen und «Julia, Julia»-Sprechchöre hallten durch den Saal, als sich CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner um kurz nach halb sieben bei ihren Anhängern im Landtag zeigte. Die Winzertochter strahlte über das ganze Gesicht. Sie muss minutenlang abwarten, bis sie bei dem Jubel überhaupt zu Wort kommt. «Die CDU Rheinland-Pfalz, sie ist wieder da», ruft sie in den brechend vollen und stickigen Fraktionsraum. Donnernder Applaus ist die Antwort. Neben und hinter sich hat Klöckner ihr Wahlteam versammelt. Auch CDU-Fraktionschef Christian Baldauf ist dabei, der Klöckner als Spitzenkandidatin den Vortritt ließ. Er zeigt den Daumen hoch.

FDP: Es ist still im Fraktionssaal der FDP, als die erste Prognose über den Bildschirm flimmert. Einige blasen die Backen auf, andere schütteln stumm den Kopf. Die FDP fliegt aus dem Mainzer Landtag, das ist den knapp 200 Gästen der Wahlparty im Abgeordnetenhaus sofort klar. Als Spitzenkandidat Herbert Mertin schon kurz nach 18.00 Uhr in den Saal kommt, wird er dennoch beklatscht. An vielen Stehtischen hoffen die Liberalen, dass sich jetzt etwas in der Führung des Landesverbandes verändert. Neue Gesichter sollen aufrücken. Nach einer Stunde sind viele schon verschwunden.

Linke: Grenzenlose Enttäuschung und ungläubiges Kopfschütteln: Nach der Bekanntgabe der ersten Prognose herrscht für einen Moment Stille bei der Linken-Wahlparty im Mainzer Kulturcafé «Schon Schön» in der Nähe des Landtags. Das erklärte Wahlkampfziel - der erste Einzug der Linken in den Mainzer Landtag - ist weit verfehlt.

Wahlen / Rheinland-Pfalz
27.03.2011 · 23:05 Uhr
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