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Report: Gottesdienst im Zeichen von Erntedank

Bremen (dpa) - Heuballen, ein großes Brot und ein Strauß mit Ähren schmücken den Bremer Dom beim festlichen Gottesdienst zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit.

Die stimmungsvolle ökumenische Feier am Sonntag mit mehr als 1000 Gästen, darunter Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), steht ganz im Zeichen von Erntedank. In den Predigten und Fürbitten wird der Dank an Gott für seine Gaben auch zum Bild für die Dankbarkeit über die Errungenschaften der Wiedervereinigung.

«Denn unglaublich vieles ist in den zwei Jahrzehnten gesät und eingebracht worden an Einsatz, an Bereitschaft zur Erneuerung, an Willen zum Aufbau und zur Gestaltung der Zukunft, und eben an Geld und Gut», sagt Bischof Franz-Josef Bode. Dies alles sei in einem beispiellosen und friedlichen Vorgang, in einer immer noch anhaltenden Wende verlaufen, in der die Mauern fielen und die Mauern in den Köpfen mehr und mehr abgebaut würden.

Doch der zentrale Gottesdienst in der historischen Innenstadt steht auch unter dem Motto «Früchte der Gerechtigkeit». Deshalb spart der Bischof in seiner Predigt nicht an Kritik und verweist auf skrupellose Machenschaften nach der Wende. «Manches ist auch unter Dornen geraten, wurde überwuchert von Profitgier, von der Herrschaft des Marktes, von alten und neuen Verstrickungen der Macht, vom Gestrüpp undurchsichtiger Machenschaften.» Trotzdem sollten die Menschen «dankbar sein für das Geschenk dieser Wende».

Dieser Dank zieht sich auch wie ein Leitfaden durch die Musikauswahl. Sänger, Orgelspieler und Orchester tragen das Kirchenlied «Lobe den Herren» ergreifend immer wieder in verschiedenen Varianten vor. «Wir dürfen ausgelassen und fröhlich die Deutsche Einheit feiern», betont der Bremer Pastor Renke Brahms.

Doch die Fürbitten machen bei dem Jubiläum noch einmal deutlich, dass es nach der jahrzehntelangen Teilung noch viele Probleme zu lösen gilt. Die Gläubigen beten um einen respektvollen Weg des Zusammenwachsens. Pastor Brahms mahnt, «die soziale Spaltung unserer Gesellschaft wächst». Dieser Entwicklung entgegenzusteuern, sei eine der großen künftigen Aufgaben.

Nach einer Stunde endet der Gottesdienst. Dieser sei «sehr eindrucksvoll» gewesen, berichtet Bundespräsident Wulff anschließend den auf dem Marktplatz wartenden Menschen.

Geschichte / Einheit
03.10.2010 · 22:13 Uhr
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