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Report: Ein Ferienflieger landet doch

Landung in HannoverGroßansicht
Hannover (dpa) - Sie konnten sich ein bisschen wie die Glückspilze fühlen. Erschöpft, aber erleichtert landeten deutsche Gran Canaria-Urlauber am Sonntagabend kurz nach 20.07 Uhr auf dem Flughafen in Hannover. Es war die erste Maschine mit Passagieren seit dem Beginn der Flugverbote wegen der Vulkanasche aus Island.

Zwei bis drei Tage saßen die Fluggäste fest. Sie waren schon fest auf eine 30-stündige Fahrt mit dem Bus von Faro bis nach Deutschland vorbereitet, dann wären sie wohl erst am Dienstag angekommen. «Das ist eine Horrorvision», sagte Peter Grasbeinter, der mit seiner Frau Ida endlich nach Hause nach Paderborn wollte.

Nach langem Warten kam die überraschende Wende: Eine TUI-Maschine brachte 165 Fluggäste aus dem ganzen Bundesgebiet doch noch von Faro nach Hannover. Der Reisekonzern nutzte das kleine Zeitfenster, in dem das Flugverbot für einige Flughäfen gelockert wurde. «Die Stimmung an Bord war hervorragend», erzählte Urlauber Günter Pillar.

Aber knapp war das Manöver dann schon. Bis 20.00 Uhr sollten einige Maschinen wieder landen dürfen, der TUI-Flieger setzte aber drei Minuten später auf. «Nach kleinerer Diskussion mit der Flugsicherung haben wir die Genehmigung bekommen, ein paar Minuten überziehen zu dürfen», sagte Flugkapitän Michael Defregger gelassen.

Auch bei den meisten Fluggästen war die Stimmung gut. «Es hätte schlimmer kommen können. Wir sind froh, dass wir wieder in Deutschland sind», sagte ein Urlauber. Eine junge Frau aus der Nähe von Stuttgart, die ihr Baby auf dem Arm trug, wirkte dagegen angespannt. «Das ist schon eine Strapaze.» Richtig erholen konnte sich auch das Ehepaar aus Paderborn nicht beim langen Warten auf die Heimreise: «Wir waren immer in Hab-Acht-Stellung», sagte Grasbeinter.

Endlich in Hannover angekommen, wurden die Urlauber eigens von einer Crew begrüßt. TUI-Mitarbeiter gaben den Passagieren Tipps, wie sie am schnellsten bis nach Hause kommen. Der Reisekonzern kündigte an, auch weiter jede Unterbrechung des Flugverbotes nutzen zu wollen.

TUI-Sprecher Mario Köpers sagte, drei Maschinen sollten möglichst heute Nacht noch mit Urlaubern von den Kanaren in Deutschland landen. Vielen anderen Reisenden bleiben aber wohl größere Strapazen nicht erspart - sie sollen beispielsweise von Barcelona aus mit Bussen nach Hause gebracht werden.

[Flughafen]: Hannover

Vulkane / Luftverkehr / Island
18.04.2010 · 22:28 Uhr
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