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Report: «Ein bisschen habe ich Bedenken»

Wasserflasche als Reisegepäck in der BahnGroßansicht

Frankfurt/Hannover (dpa) -  Aus fast allen Rucksäcken und Taschen auf den Bahnsteigen ragen Flaschenhälse. Nach den Hitzefahrten der vergangenen Tage ist kaum ein Bahnreisender ohne Wasserflaschen unterwegs. Manche nehmen vorsichtshalber auch kleine Ventilatoren auf die Reise mit.

«Wir haben für die Fahrt bis Göttingen eineinhalb Liter Getränke dabei», sagt eine Mutter am Donnerstag im Hauptbahnhof Hannover. Ihre kleinen Söhne nippen ständig an Trinkflaschen, während die junge Familie auf ihren verspäteten ICE wartet. «Heute hat es weniger als 32 Grad, da geht sicherlich alles gut», hofft sie.

Die 70-jährige Hannelore Lange ist von Frankfurt auf dem Weg nach München. «Ein bisschen habe ich Bedenken. Aber ich habe einen Handventilator dabei. Und eine große Flasche Wasser». Auch Barbara Kopp (59) macht sich Sorgen. In einem überhitzten Zug würde sie laut protestieren: «Ich hätte gleich die Polizei gerufen. Ich hätte so einen Stunk gemacht, dass der Zug hält!»

Andere Fahrgäste steigen unbesorgt in ihren Zug. «Ich habe keine Bedenken. Weil die Klimaanlage einmal ausgefallen ist, muss sie ja nicht öfter ausfallen», sagt eine 30-Jährige, die von Frankfurt Richtung Darmstadt unterwegs ist.

Augenscheinlich erfrischt steigen viele Reisende in Hannover aus den Fernverkehrszügen aus. «Wir haben keinen Unterschied zu sonst bemerkt», meint ein betagter Reisender. «Es war sehr angenehm und komfortabel», sagt auch der Schotte Derek Quinn, als er eine halbe Stunde verspätet mit seinem ICE Hannover erreicht.

Auf die Frage, ob der Zugführer des brütend heißen ICEs Richtung Bielefeld am vergangenen Samstag für den Kollaps zahlreicher Schüler verantwortlich zu machen sei, reagieren die Fahrgäste unterschiedlich. «Ich finde das schon in Ordnung. Er ist verantwortlich für den Zug», sagt Hannelore Lange. Nach ihrer Ansicht hätte der Zugchef den nächsten Bahnhof anfahren und die Leute rauslassen müssen. Eine 41-jährige Mutter, die mit ihren beiden Kindern Richtung Dresden unterwegs ist, sieht das anders. «Also ich finde es ein bisschen seltsam, dass man ihn verantwortlich macht. Da kann man nicht dem einzelnen die Schuld geben.»

Timo Dietze würde die Techniker zur Rechenschaft ziehen. Der 39-Jährige saß am Mittwoch im ICE von München nach Frankfurt, als die Klimaanlage ausfiel. «Es war nicht angenehm. Wir wurden in den Waggon geschickt, in dem die Klimaanlage noch ging.» Das habe aber gar nichts gebracht, denn dieser Wagen sei dann völlig überfüllt gewesen.

Ob es Schadenersatz für die Betroffenen geben soll, beurteilen die Fahrgäste unterschiedlich. Die 41-jährige Mutter antwortet: «Ich denke schon, denn solche Fehler sind heutzutage zu vermeiden.» Es müsse auch für ICEs eine Möglichkeit geben, die Fenster zu öffnen wie in den Regionalzügen. Enrica Gissel (20) fordert, die Züge häufiger zu warten. Hannelore Lange ist von der Bahn enttäuscht und denkt an mögliche Hitzeprobleme, bevor sie in ihren ICE Richtung München einsteigt: «Ich war sonst immer zufrieden. Ich bete zu Gott, dass mir so etwas nicht passiert».

Wetter / Hitze / Bahn
16.07.2010 · 06:23 Uhr
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