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Report: Brandenburg wartet auf Hochwasserwelle

Spremberg (dpa) - Die Flut von Neiße und Spree hat Brandenburg erreicht, und niemand weiß genau, wie hoch das Wasser steigen wird. Gespannte Blicke gehen zu den Pegelständen. Doch das Land sieht sich gut gerüstet.

Das Hochwasser ist von der Dammkrone der südbrandenburgischen Talsperre Spremberg aus nicht zu sehen. Dennoch hat die aus Sachsen kommende Flut der Spree den wegen wochenlanger Dürre stark gesunkenen Wasserstand in wenigen Tagen wieder hoch getrieben. «15 Millionen Kubikmeter Wasser passen noch hinein, dann können wir das viele Wasser kontrolliert in Richtung Spreewald und Berlin ablassen», sagt der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude. Er wartet wie alle Betroffenen gespannt auf den Scheitel der großen Flut an der Spree und der weiter östlich fließenden Neiße.

Der Behördenchef ist am Montag gemeinsam mit Umweltministerin Anita Tack (Linke) und dem Cottbuser Regionalchef des Landesumweltamtes, Wolfgang Genehr, zur Talsperre geeilt, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Neiße hatte im Süden Brandenburgs gerade die höchste Alarmstufe 4 erreicht, für Montagabend rechneten die Behörden auch bei der Spree damit. Erinnerungen wurden wach an das letzte große Hochwasser in der Region von 1981, als es in Spremberg, Cottbus und im Spreewald Überschwemmungen gab.

Doch die Umweltministerin bemüht sich um Beruhigung. «Brandenburg ist für die Hochwasserflut von Neiße und Spree gut gerüstet», sagt sie. «Für einzelne Gebiete wird es zwar schwierig, aber die Lage ist beherrschbar.» Dagegen meint Matthias Freude: «So ein Hochwasser haben Spree und Neiße seit Jahrzehnten nicht erlebt.» Die Krisenstäbe bereiteten alles zum Schutz der Bevölkerung vor, auch mögliche Evakuierungen.

«An der Neiße wird das Hochwasser in 18 Stunden durch sein, aber die Talsperre Spremberg kann die Wassermassen länger halten», sagt der Präsident des Landesumweltamtes. «Die Oderdeiche haben die Flut im Juni überstanden, jetzt müssen die Spreedeiche ihre Bewährungsprobe bestehen.»

Rasch wird eine Baustelle an der Staumauer der Talsperre in Spremberg geräumt. Noch schießt das Wasser nur durch ein dickes Rohr an der Baustelle vorbei in das untere Flussbett. «Statt 10 Kubikmeter pro Sekunde werden wir in Kürze bis zu 80 Kubikmeter aus dem Stausee ablassen können», kündigt Genehr an. Das 20 Kilometer flussabwärts gelegene Cottbus müsse aber nicht mit Überflutungen rechnen.

In Spremberg, einige Kilometer flussaufwärts vom Stausee, sind schon einige Stellen am Spreeufer überflutet. Eine Bank steht bis zur Sitzfläche unter Wasser. Einwohner beobachten neugierig oder besorgt die Spree, die schneller als sonst dahinfließt. «Wir sind auf alles vorbereitet und haben 10 000 Sandsäcke und Kies gelagert», erläutert Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU). «Acht Teams kontrollieren die Deiche.» Auch sein Kollege Jürgen Goldschmidt (FDP) aus Forst an der Neiße sieht keinen Grund zur Panik: «Die Situation ist überschaubar, die Stadt ist gut befestigt.» Ähnlich äußert sich der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD). Für den Ernstfall hat die Stadt aber 200 000 Sandsäcke bereitgestellt.

Wetter / Hochwasser / Brandenburg
09.08.2010 · 22:50 Uhr
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