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Report: Bombenattrappe erzürnt Namibia

Flughafen in WindhukGroßansicht

Windhuk (dpa) - Nach dem Fund der Bombenattrappe auf dem Flughafen von Windhuk war die Verwirrung der Sicherheitsbehörden und die Verunsicherung deutscher Flugpassagiere groß. Mittlerweile hat ein namibischer Sicherheitsoffizier gestanden, die Attrappe in dem Airport platziert zu haben.

Die Gründe für die Tat, die den Start einer Air-Berlin-Maschine in Richtung München um über sechs Stunden verzögert und Terrorangst geschürt hatte, waren bis Sonntag noch unklar. Offen ist auch, ob es Hintermänner gab. Am Montag soll der Beamte dem Haftrichter vorgeführt werden.

Nachdem klar war, dass es sich nur um eine Attrappe handelte, war das Aufatmen groß. Doch in Namibia ist der Zorn noch nicht verraucht. Ein sichtlich entrüsteter Polizeichef hatte auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Samstagnachmittag beklagt, dass die ganze Aktion «dem Ansehen der namibischen Polizei geschadet hat». Sebastian Haitota Ndeitunga hatte es so eilig, dass er auf seinem Rückweg von einem Sportfest im Trainingsanzug und in Turnschuhen vor die Presse trat und von der Festnahme des Mannes berichtete, der die Attrappe auf dem Hosea Kutako Flughafen platziert hatte.

Mit seiner Wut hielt Ndeitunga nicht hinter dem Berg. Namibia sei ein souveräner Staat und «für derartige Witze» nicht zu haben, schimpfte er. Auch wenn es sich um einen Test der Flugsicherheit gehandelt haben sollte, hätte dies nicht ohne Wissen der namibischen Behörden stattfinden dürfen.

Namibia fürchtet um sein Ansehen, ist doch auch der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig. Das riesige Land mit weniger als zwei Millionen Einwohnern ist gerade bei Deutschen beliebt: Neben den Spuren deutscher Kolonialzeit gibt es hier Thüringer Würste, fränkisches Brot oder Biere, die nach deutschem Reinheitsgesetz gebraut werden. Zudem locken grenzenlose Weiten und unberührte Natur, eine reiche Tierwelt mit Antilopen, Elefanten und Nashörnern.

Am Hosea Kutako Flughafen, etwa 40 Kilometer von Windhuk entfernt, geht inzwischen alles seinen gewohnten Gang. Passagiere der fünf oder sechs Flüge täglich, werden freundlich nach dem Inhalt ihres Gepäcks gefragt und abgefertigt. Die Polizeipräsenz ist nicht stärker als sonst auch. In Namibia möchten alle, dass ganz schnell wieder der eher geruhsame Alltag einkehrt.

Innere Sicherheit / Terrorismus
21.11.2010 · 21:57 Uhr
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