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Report: Blutbad im gutbürgerlichen Milieu

Gutbürgerlicher TatortGroßansicht
Schwalmtal (dpa) - Ein enormes Polizeiaufgebot riegelt den Margaritenweg in Waldniel-Amern bei Schwalmtal ab. Schwer bewaffnete SEK-Kommandos haben ein gutbürgerliches Wohnhaus umzingelt. Per Lautsprecher fordert die Polizei immer wieder: «Kommen Sie mit erhobenen Händen heraus!»

Aus dem Inneren des Hauses dringt heiseres unverständliches Gebrüll. Um 19.30 Uhr spitzt sich die Lage zu. Vermummte, schwarz gekleidete Spezialkräfte stürmen durch die Haustür, das Geschrei wird lauter, dann ist Stille. Wenige Minuten später heißt es, der Amokläufer habe aufgegeben und sei unverletzt festgenommen worden.

Das Drama begann um 16.30 Uhr, als in der niederrheinischen Idylle plötzlich Schüsse durch die Neubausiedlung hallen. Vor dem Haus im Margaritenweg liegt ein Toter, der Täter hat sich mit einem Gewehr und sechs Menschen in dem Haus verschanzt. Die Polizei löst Großalarm aus und zieht Kräfte aus den umliegenden Städten zusammen. Nach ersten Erkenntnissen hat ein Scheidungsfall das Drama ausgelöst. Das Haus sollte wegen der Trennung der Besitzer offenbar verkauft oder versteigert werden, bei einem Besichtigungstermin hatten zwei Gutachter des Kreises Viersen und wohl auch ein Immobilienmakler das Haus betreten, als die Situation plötzlich außer Kontrolle gerät.

Drei Stunden lang verschanzt sich der Amokläufer in dem Wohnhaus. 200 Polizisten riegeln es weiträumig ab. Als die Beamten schließlich eindringen, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens. Zwei weitere Leichen liegen in den Räumen, drei Menschen können dem Täter unverletzt entrinnen und müssen seelsorgerisch betreut werden. Ein Schwerverletzter wird im Krankenhaus mit Schussverletzungen operiert, es sei einer der Gutachter, sagt ein Sprecher des Kreises Viersen.

Die Polizei beginnt mit der Tatortarbeit und versucht, die Geschehnisse zu ordnen und aufzuklären. Um eine Geiselnahme habe es sich entgegen ersten Vermutungen nicht gehandelt. Auch Berichte, dass ein kleines Mädchen in dem Haus festgehalten wurde, werden zunächst nicht bestätigt. Der Amokschütze soll noch vernommen werden. Die Nachbarn blicken sichtlich betroffen auf das Aufgebot an Einsatzkräften in ihren Straßen. Schaulustige diskutieren in Gruppen das Geschehen. Einzelheiten will die Polizei an diesem Mittwoch in Düsseldorf verkünden.

Kriminalität
18.08.2009 · 22:42 Uhr
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