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Rentenchef sieht System durch Niedriglöhne gefährdet

Berlin (dts) - Der Ausbau des Niedriglohnsektors in Deutschland wird die Altersarmut drastisch erhöhen und letztlich zur Existenzgefahr für alle Sozialsysteme. Davon ist der Chef der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, überzeugt. Das führe dazu, "dass immer mehr Menschen immer weniger Rente haben", sagte er der den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe.

Die Folge: "Wenn der Niedriglohnsektor weiter so wächst, können Sie jedes lohnbezogene Sozialsystem in die Tonne treten." Rische betonte, auch ein Mindestlohn von 8,50 Euro führe zu keiner ausreichenden Rente. Er sieht die Tarifparteien in der Pflicht, Löhne zu vereinbaren, von denen Vollzeit-Beschäftigte leben können. Sonst landeten diese Menschen in Altersarmut. "Ob man dann eine Mindestrente macht oder alles übers Sozialamt - in beiden Fällen stellt sich die Frage, wer das bezahlen soll." Der Präsident der Rentenversicherung fordert eine Versicherungspflicht für Selbstständige. Zudem könne man Erwerbsunfähigen helfen, etwa, indem man "nur noch Riester-Verträge akzeptiert, wenn auch Invalidenschutz drin ist". Die Bundesregierung setzt im April eine Kommission zur Bekämpfung der Altersarmut ein, ist aber uneins. Die Union plant eine Mindestrente für langjährig Versicherte. Wer 35 Jahre oder mehr voll gearbeitet hat, soll eine Rente über Hartz-IV-Niveau erhalten. Für die Liberalen setzen auf die Stärkung von Privat- und Betriebsrenten. Ruheständler, die auf Grundsicherung angewiesen sind, sollen mindestens 100 Euro ihrer eigenen Vorsorge behalten dürfen, um über der Grundsicherung zu liegen.
DEU / Arbeitsmarkt / Gesellschaft
25.03.2011 · 07:05 Uhr
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