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Reisende steigen um - Busse und Bahnen brechend voll

Reisende warten im Hauptbahnhof in Hamburg auf den Zug. Viele Fluggäste versuchten, auf die Bahn auszuweichen.Großansicht
Berlin (dpa) - Die Luftraumsperrungen wegen des Vulkanausbruchs in Island haben in Deutschland zu einem Ansturm von Reisenden auf Busse, Bahnen und andere Verkehrsmittel geführt.

Viele Züge waren am Freitag besonders auf den Hauptstrecken zwischen den Ballungszentren brechend voll, obwohl die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben ihren gesamten Wagenpark mobilisierte. «Alles was rollen kann, rollt», sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Auf vielen Bahnhöfen und auch vor den Schaltern der Mietwagen-Unternehmen bildeten sich lange Schlangen. Auch Busse und Fähren meldeten einen Ansturm.

Die Bahn beorderte zusätzliches Service-Personal auf die wichtigsten Bahnhöfe. Kein Schalter sollte unbesetzt bleiben. Auf dem Berliner Hauptbahnhof herrschte zeitweise ein so starkes Gedränge, dass sich die Reisenden mit ihrem oft schweren Gepäck nur mühsam einen Weg zu ihrem Bahnsteig oder zum Reisecenter bahnen konnten.

Auf der Reise nach London können gestrandete Flugpassagiere allerdings nicht auf die Bahn umsteigen. Auch am Freitag waren bereits alle Züge von Brüssel oder Paris nach London ausgebucht, sagte ein Sprecher des Schnellzuges Eurostar in Brüssel. Für Samstag seien ebenfalls praktisch keine Plätze mehr frei. «Der Ansturm ist gigantisch.»

Das gleiche gelte für Züge von London. Normalerweise hat Eurostar täglich rund 28 000 Fahrgäste an Bord - am Freitag zählte das Unternehmen 10 000 zusätzliche Buchungen. Sonderzüge soll es nicht geben. «Wir können aus logistischen Gründen keine zusätzlichen Züge einsetzen.»

Busse statt Flugzeuge

In Frankreich kommt für Reisende erschwerend ein Streik bei der französischen Staatsbahn SNCF hinzu. Nach Angaben der SNCF waren rund ein Drittel der Lokführer und Schaffner am Freitag im Austand. Die Bahn will auch wegen des dortigen Ferienbeginns am Wochenende mehr Hochgeschwindigkeitszüge TGV einsetzen als üblich. Wegen des Ausfalls vieler Flüge nach der Schließung der Flughäfen war der Andrang auf internationalen Strecken hoch.

Viele Reisende setzen auch auf Busse statt Flugzeuge. Wegen der zusätzlichen Nachfrage werde die Kapazität um teils 500 Prozent aufgestockt, teilte die Deutsche Touring am Freitag in Frankfurt mit. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mit 80 Abfahrtsorten in Deutschland der größte deutsche Anbieter im internationalen Linienbusverkehr.

Auch die schwedische Fährreederei Stena Line meldete wegen der Flugausfälle eine erhöhte Nachfrage. «Unser Buchungsaufkommen für die Strecken Kiel-Göteborg und Hoek van Holland­Harwich hat in den letzten Stunden sehr stark zugenommen», teilte ein Firmensprecher in Kiel am Freitag mit. Das Umsteigen vieler Fluggäste auf die Fähre habe die Ticketverkäufe um bis zu 20 Prozent hochschnellen lassen.

Vulkane / Luftverkehr / Island
16.04.2010 · 22:46 Uhr
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