News
 

Regierung will bessere Sprachförderung an Kitas

Symbolfoto KindergartenGroßansicht

Berlin (dpa) - Mehr Deutschlernen für Ausländerkinder in Kitas: Familienministerin Schröder (CDU) will die Sprachförderung an Kindergärten in sozialen Brennpunkten mit einem 400-Millionen-Euro-Programm verbessern. Das kündigte Schröder kurz vor dem vierten Integrationsgipfel der Bundesregierung an.

Der Bund will auch für eine bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sorgen. Beim Integrationsgipfel an diesem Mittwoch beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere Kabinettsmitglieder sowie Verbände über eine bessere Integration.

Bis zu 4000 Kitas bundesweit sollen für die nächsten vier Jahre zusätzlich je eine Halbtagskraft einstellen können, die Kindern unter drei Jahren beim Deutschlernen hilft. «Sprache ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Integration», sagte Schröder. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass über die verstärkte Sprachförderung mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln in die Kitas kommen.

Die Sprachförderung bei Zuwandererkindern ist eines der Themen beim vierten Integrationsgipfel im Kanzleramt. Außerdem geht es um die schärfere Kontrolle des Besuchs von Integrationskursen, um Gewalt und um die Anerkennung von Abschlüssen. Das Kabinett berät vor dem Treffen darüber.

Schröder kritisierte erneut «Deutschenfeindlichkeit» bei muslimischen Jugendlichen und forderte Konsequenzen. «Solche Beschimpfungen sind bei Jugendlichen leider in bestimmten Gegenden alltäglich - auf Schulhöfen, aber auch in U-Bahnen», sagte sie der «Bild»-Zeitung. Beim Gipfel will sie auch über Gewalt unter jungen Zuwanderern sprechen.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland zeigte sich besorgt über die Integrationsdebatte. In einem offenen Brief schreiben rund 650 Deutsche mit türkischen Wurzeln sowie langjährig in Deutschland lebende Türken: «Wir alle fühlen uns durch die derzeitige Diskussion diskreditiert.» Der Vorsitzende Kenan Kolat warnte im SWR, der Gipfel dürfe keine Showveranstaltung werden.

Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte die Union. «Zu befürchten ist, dass die CDU beim Thema Integration trotz aller Gipfelei weiter vor allem mit Populismus durch das Land zieht, weil sie damit auf mehr Zustimmung hofft. Die Wunden, die die Union mit dem Begriff Integrationsverweigerer bei den Migranten in unserem Land auslöst, sind riesig groß.»

Die Berufsabschlüsse ausländischer Fachkräfte sollen besser anerkannt werden. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) rechnet damit, dass bis zu 300 000 Menschen davon profitieren können, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Erziehung. Die Unterschiede zwischen Berufsgruppen sollen möglichst aufgelöst werden.

Ausländische Fachkräfte sollten aus Sicht von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) auch schneller einen deutschen Pass bekommen. Wer sich ausgezeichnet integriere, könnte schon nach vier Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen, sagte er bei einem Besuch in Kanada. Niedersachsens Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) setzte sich für die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte in bestimmte Branchen ein, lehnte aber das von Brüderle angestrebte Punktesystem ab.

Offensive Frühe Chancen

Migration / Integration
02.11.2010 · 17:26 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
18.01.2017(Heute)
17.01.2017(Gestern)
16.01.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen