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Regierung: Ein Million Haitianer leben auf der Straße

Haitianische Frauen beten in einem Flüchtlingslager. Über eine Million Haitianer sind obdachlos.Großansicht
New York (dpa) - Mehr als eine Million Haitianer leben nach Angaben der Regierung in Port-au-Prince gut einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben noch auf der Straße. Mindestens 250 000 Wohnhäuser und öffentliche Gebäude seien am 12. Januar zerstört worden.

Das sagte Haitis UN-Botschafter Leo Merores am Freitag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Die Überlebenden brauchten dringend Hilfe, zumal in spätestens zwei Monaten die Regenzeit beginne.

Einen Tag zuvor hatten die Vereinten Nationen für Haiti den größten Spendenaufruf ihrer Geschichte gestartet. Generalsekretär Ban Ki Moon und sein Haiti-Sonderbeauftragter Bill Clinton forderten die Mitgliedsländer auf, im Laufe dieses Jahres 1,44 Milliarden Dollar (derzeit 1,05 Milliarden Euro) zur Verfügung zu stellen. Etwa 1,2 Millionen Menschen müssten über Monate mit Essen und Unterkünften versorgt werden. Clinton sagte, Haiti brauche jetzt «keine freundlichen Versprechungen». «Das Land braucht richtiges Geld. Geben Sie einfach, was Sie geben können.» Nach Bans Worten mache das «Cash for Work»-Programm («Bares für Arbeit») Hoffnung, mit dem bislang 75 000 Haitianer am Wiederaufbau ihres Landes beteiligt würden.

Nach Angaben von UN-Nothilfekoordinator John Holmes vom Freitag sind Unterkünfte das drängendste Problem. «Viele sind in einem unzureichenden Zustand und die wenigen guten sind völlig überfüllt», sagte der Engländer. «Wir haben nicht genügend Unterkünfte und viele der vorhandenen können überflutet werden. Das ist jetzt noch ein überschaubares Problem, aber spätestens bis zur Regenzeit müssen wir es gelöst haben. Allerdings mangele es auch an guten Plätzen, wo Unterkünfte flutsicher gebaut werden könnten.

Der UN-Untergeneralsekretär für Friedensmissionen, Alain Le Roy, sagte, dass noch Polizisten gebraucht würden. «Wir haben 1500 zusätzliche Kräfte bekommen, aber da ist immer noch eine Lücke von ein paar hundert Mann.» Ein Problem sei, dass auch die Polizei von dem Erdbeben betroffen sei. «Es gab zahlreiche Tote bei der haitianischen und auch bei der UN-Polizei. Zudem wurde die Infrastruktur zerstört, Gebäude und Technik», sagte der Franzose. Mehrere Länder hätten Hilfe versprochen. Allerdings müssten die Polizisten für ihre Arbeit in Haiti französisch sprechen.

Erdbeben / UN / Haiti
19.02.2010 · 22:36 Uhr
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