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Rechtsextremer trotz Proteste in BBC-Show

Demonstranten vor BBC-ZentraleGroßansicht
London (dpa) - Der Chef der britischen rechtsextremen Partei BNP ist trotz massiver Proteste in einer Talkshow des Senders BBC aufgetreten. In der Fernsehsendung «Question Time» griff Nick Griffin am Donnerstagabend unter anderem Muslime und Homosexuelle an.

Die Zuschauer quittierten seinen Auftritt jedoch mit wütenden Zwischenrufen und buhten den umstrittenen Politiker aus. Es war der erste Auftritt eines Mitglieds der British National Party in einer großen Fernsehshow.

Schon im Vorfeld hatte der Auftritt in einer der wichtigsten Polit-Sendungen des Landes einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Vor der Aufzeichnung hatten Hunderte Menschen vor dem BBC-Gebäude in London protestiert. Dabei gab es auch Zusammenstöße mit der Polizei. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt.

Griffin beklagte, er werde «dämonisiert», er sei «kein Nazi». Den Islam nannte er «unvereinbar mit Großbritannien». Der Frage nach der Leugnung des Holocaustes wich er aus. Er könne nicht erklären, warum er die Judenvernichtung früher als «Mythos» bezeichnet habe. Zugleich sagte er, der Anblick zweier küssender Männer sei «gruselig».

Griffin war 1998 wegen Rassenhasses zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Juni hatte er bei der Europawahl ein Mandat als Europaabgeordneter gewonnen.

Die BBC - Großbritanniens öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt - verteidigte die Einladung deshalb als «angemessen». Vize-Generaldirektor Mark Byford sagte, die BBC sei zur Unparteilichkeit verpflichtet. Neben Griffin war unter anderen auch Justizminister Jack Straw Gast der Show. In der Sendung ist das Publikum aufgerufen, Fragen zu stellen.

Nach dem Urteil viele Zuschauer schadete sich Griffin mit dem Auftritt selbst. Er habe nervös gewirkt und sich ständig widersprochen, sagte Show-Besucher David Kernohan. «Das Publikum hat ihn schlicht bloßgestellt. Er hat sich lächerlich gemacht.»

Die BNP, die ein «weißes» Großbritannien fordert, hatte bei der Europawahl 6,2 Prozent erreicht und stellt zwei Abgeordnete im EU-Parlament. Gegen die Partei ist ein Gerichtsverfahren anhängig, weil sie nur weiße Mitglieder erlaubt.

Extremismus / Medien / Großbritannien
23.10.2009 · 07:47 Uhr
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