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Reaktionen: Angriff auf Bundeswehr verurteilt

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in Kundus im Jahre 2009.Großansicht
Berlin (dpa) - Mit Bestürzung und Trauer haben Regierung und Opposition auf den Taliban-Angriff auf die Bundeswehr in Afghanistan mit drei toten und fünf verletzten Soldaten reagiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreiche andere Politiker kritisierten den Überfall auf die deutschen Soldaten, die beim Minensuchen waren, scharf als feige Tat. «Mit großer Bestürzung habe ich von dem verabscheuungswürdigen und hinterhältigen Angriff auf unsere Soldaten in Afghanistan gehört», hieß es am Freitag in einer Erklärung Merkels. «Mein Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden vor allem den Angehörigen der ums Leben gekommenen und verwundeten Soldaten.»

Ähnlich äußerte sich SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier: «Die SPD verurteilt den feigen und hinterhältigen Anschlag, bei dem die deutschen Soldaten heute in Afghanistan zu Tode gekommen sind, auf das Schärfste.» Die Gedanken seien bei den Angehörigen und Freunden der getöteten Soldaten. Bestürzt und «tief betroffen» zeigten sich auch die Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin. «Der Vorfall zeigt, wie dringend eine Stabilisierungs- und Abzugsperspektive für Afghanistan ist», hieß es in einer Mitteilung. Die Linke forderte den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) äußerte ebenfalls «große Betroffenheit» und erklärte: «Angesichts von Gefechten dieses Ausmaßes wird deutlich, wie gefährlich der gleichwohl notwendige Einsatz in Afghanistan ist.» Guttenberg unterbrach seinen Osterurlaub in Südafrika. Er wird nach Angaben seines Ministeriums früher nach Deutschland zurückkehren. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte: «Ich verurteile diesen hinterhältigen Angriff, der sich nicht nur gegen deutsche Soldaten richtete, sondern auch gegen das ganze afghanische Volk.»

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), der sich gerade im Hauptquartier des Regionalkommandos Nord in Masar-i-Scharif aufhält, sprach von einem «schändlichen Angriff». Dieser mache deutlich, wie gefährlich das Engagement der Soldaten und der zivilen Kräfte in Afghanistan sei. Gleichzeitig zeige er, «wie wichtig dieses Engagement ist, damit diesen Terroristen nicht die Chance gegeben wird, sich durchzusetzen».

Der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Wolfgang Gehrcke, sagte in einer Mitteilung: «Wer Soldaten nach Afghanistan schickt, schickt Menschen in den Tod. Die Bundeswehr ist am Hindukusch längst Kriegspartei.» Der zivile Aufbau komme unter die Räder des Krieges, der Polizeiaufbau sei gescheitert. «Es gibt dieses Ostern nur eine Botschaft: Die Bundeswehr muss unverzüglich aus Afghanistan abziehen.»

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
02.04.2010 · 21:49 Uhr
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