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Ratingagenturen: Unheimliche Macht im Hintergrund

Ratingagentur S&PGroßansicht

Frankfurt (dpa) - Standard & Poor's, Fitch und Moody's - vor wenigen Jahren waren die Namen der führenden Ratingagenturen nur eingefleischten Finanzexperten ein Begriff.

Seit der Zuspitzung der Schuldenkrise sind die Namen fast täglich in den Schlagzeilen und werden als unheimliche Macht im Hintergrund wahrgenommen, vor deren Urteil ganze Staaten zittern müssen. Die Top-Ratingagenturen haben tatsächlich großen Einfluss. Geht der Daumen nach unten, kann das ein Beben an den internationalen Finanzmärkten auslösen.

Ratingagenturen bewerten im Auftrag von Staaten und Unternehmen das Risiko von Finanzprodukten. Anhand eines ausgeklügelten Codesystems wird die Kreditwürdigkeit von «AAA» bis «DDD» eingestuft. Für diese Urteile bezahlen die Unternehmen und Staaten selbst, wodurch die Agenturen in Interessenkonflikte geraten können, wie Kritiker monieren.

Ratingagenturen ist oft vorgeworfen worden, mit zweierlei Maß zu messen. So hätten die USA mit ihrer Rekordverschuldung bisher noch erstklassige Noten, während die Kreditwürdigkeit der Euro-Länder wie Griechenland, Portugal oder Irland trotz der Rettungsmaßnahmen weiter drastisch herabgestuft wurde.

Experten fordern, dass die bestehende Marktmacht der Ratingagenturen durch die Zulassung von weiteren Konkurrenzunternehmen abgebaut werden sollte. Während die Europäer es bislang bei der Drohung einer eigenen großen Ratingagentur belassen haben, sind die Chinesen einen Schritt weiter. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt arbeitet seit 1994 die Agentur Dagong.

Finanzen / USA
07.08.2011 · 21:55 Uhr
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