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Ratingagentur kritisiert Stresstest für Versicherer

Frankfurt/Main (dts) - Die Ratingagentur Standard and Poor’s hat den Stresstest für die Versicherungsbranche als nur bedingt aussagekräftig kritisiert. Die erhaltenen Ergebnisse der einzelnen Konzerne, die oft auf Näherungswerten und Vereinfachungen beruhen würden, seien daher nur bedingt miteinander vergleichbar, erklärte die Ratingagentur in einer aktuellen Studie. Die Experten kritisieren zudem, dass der Test zu wenig berücksichtige, dass viele Versicherer über Rückversicherungskonzerne gegen mögliche Belastungen gut abgesichert seien.

Die nach wie vor großen Unterschiede zwischen dem Stresstest für die Banken und dem der Versicherer würden außerdem dazu führen, dass kein Gesamtbild von der Belastbarkeit der Finanzwirtschaft in Europa möglich sei. Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa will mit dem Stresstest die Widerstandsfähigkeit der Branche bei Extremereignissen überprüfen. Die Aufseher erhoffen sich Aufschlüsse darüber, wie gut die Branche mit Kapital ausgestattet ist, um etwa eine Rezession oder einen starken Anstieg der Inflation auszuhalten. Eiopa wies indes die Kritik zurück. Von Vereinfachungen bei den Rechenmethoden könne keine Rede sein. "Die Versicherer können nicht einfach hergehen und uns vereinfachte Resultate liefern", sagte eine Eiopa-Sprecherin. Die Unternehmen müssten sich mit der Aufsicht viel mehr genau absprechen, wie sie den Stresstest durchführen. Jeder Versicherer müsste bei den Rechenmethoden bestimmte Bedingungen erfüllen. "Daher erwarten wir, dass wir durchaus ziemlich beständige und einheitliche Resultate im Ergebnis des Stresstests sehen werden", sagte die Sprecherin. Im Juli sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.
DEU / EU / Versicherung / Unternehmen
18.05.2011 · 21:07 Uhr
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