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Rassistische Attacken: Rumänen verlassen Belfast

Rumänen in BelfastGroßansicht
London (dpa) - Die wochenlang in Belfast von Rassisten angegriffenen Rumänen kehren der nordirischen Hauptstadt den Rücken und in ihre Heimat zurück. Von den 114 Opfern der Verfolgung hätten 25 bereits die Stadt verlassen, 75 weitere wollten ihnen diese Woche folgen.

Das sagte die nordirische Sozialministerin Margaret Ritchie am Dienstag. Nur 14 Rumänen möchten demnach weiter in Belfast bleiben. Die Wohnungsbehörde trage aus einem Notfonds die Kosten für die Heimreise der Rumänen.

Naziparolen grölende Rassisten hatten die Roma-Familien in den vergangenen Wochen immer aggressiver bedroht und angegriffen - bis sie schließlich am Mittwoch vor einer Woche in die Stadtkirche flüchteten und dort aus Angst vor weiteren Angriffen Asyl suchten.

Dasselbe Kirchengebäude wurde nun auch in der Nacht zum Dienstag angegriffen und beschädigt. Die Polizei nahm drei Männer im Alter von 20 Jahren fest. Pfarrer Malcolm Morgan sagte am Dienstag, die Kirche sei mit Glasscherben übersät gewesen, Fenster seien eingeschlagen worden.

Der nordirische Vize-Ministerpräsident Martin McGuiness nannte die Attacke auf die Kirche «völlig beschämend und unverzeihlich». Es sei wahrscheinlich, dass auch dieser Angriff mit den extremistischen Übergriffen der letzten Wochen zusammenhängt. Zwei Jugendliche und ein 21-Jähriger waren deshalb bereits festgenommen worden.

Belfast ist von jahrzehntelangen blutigen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken gezeichnet. In letzter Zeit kam es besonders im Süden der nordirischen Hauptstadt vermehrt zu Angriffen auf Gastarbeiter, vor allem aus Osteuropa.

Nordirland / Extremismus
23.06.2009 · 20:44 Uhr
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