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Ramsauer: Sicherheit wichtiger als Geschäftsinteressen

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will vorerst an der Sperrung des deutschen Luftraums festhalten.Großansicht
München (dpa) - Trotz wachsenden Drucks von Piloten und Fluggesellschaften will die Bundesregierung vorerst dem Rat der Experten folgen und an der Sperrung des deutschen Luftraums festhalten.

«Sicherheit muss höher gewichtet werden als Geschäftsinteressen», sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Sonntagabend in München. «Solange noch Zweifel an der Sicherheit des Luftverkehrs bestehen, werde ich keine Flugfreigabe erteilen.»

Allerdings werde man sich um flexible Lösungen bemühen, sicherte Ramsauer der Luftfahrtbranche zu. Derzeit trete alle drei Stunden ein Krisenstab zusammen, um die Lage neu zu beurteilen. Nach einem Vulkanausbruch in Island war am Wochenende der Luftraum in weiten Teilen Europas gesperrt worden. Experten befürchten wegen der Vulkanasche in der Atmosphäre Triebwerksschäden.

Unklar ist nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums noch die Dauer des Flugverbots. Der isländische Vulkan sei weiter aktiv. Zudem herrsche derzeit eine ungünstige Wetterlage, die den Transport der Aschewolke nach Zentraleuropa wahrscheinlich mache, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums vom Sonntagabend. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Beeinträchtigungen des Luftverkehrs noch andauern.

Ramsauer sagte weiter, er sehe in der Frage der Luftraum-Sperrung derzeit nicht viel Spielraum für die Regierung. Berlin sei ebenso wie andere europäischen Regierungen an das internationale Regelwerk bei großen Vulkanausbrüchen und die Einschätzungen des Volcanic Ash Advisory Centre in London gebunden. «Wenn das ausgestanden ist, müssen wir aber überprüfen, ob die geltenden Regelungen noch zeitgemäß sind», sagte der Minister.

Die Kritik von Fluggesellschaften an der Sperrung des deutschen Luftraums wegen der Vulkanasche-Wolke wies der Minister zurück: «Ich nehme mit Verärgerung wahr, dass da versucht wird, Druck auf mich auszuüben.» Er trage die Verantwortung für die Sicherheit im deutschen Luftraum. «Und erst wenn ich sicher bin, dass nichts passiert, werden wir den deutschen Luftraum wieder freigeben.» Diejenigen, die jetzt die Sperrung kritisierten, wären bei einem Unfall die ersten, die ihn dafür zur Verantwortung ziehen würden.

Zugleich appellierte Ramsauer an die Bundesländer, nach der Aufhebung der Flugsperre «möglichst flexibel vom Nachtflugverbot abzuweichen». Es müsse alles getan, um dann den entstandenen Stau im Luftverkehr rasch aufzulösen. Passagieren, die von den Flugausfällen betroffen sind, riet Ramsauer, das Gespräch mit ihrer Fluggesellschaft zu suchen. «Ich gehe davon aus, dass die Fluglinien so kulant wie möglich damit umgehen», sagte der Minister.

Vulkane / Luftverkehr / Bundesregierung / Island
18.04.2010 · 22:10 Uhr
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