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Ramelow kritisiert Linke-Chef Lothar Bisky

Berlin (dts) - Nach dem Rückzug von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch hat Thüringens Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow Kritik an der Diskussionskultur der Linkspartei geübt. Mit Blick auf den Vorwurf der Illoyalität sagte Ramelow der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe): "Wir müssen uns fragen: Welches Loyalitätsverhältnis wird bei uns eigentlich erwartet? Eines der alten Ost-Kadermentalität oder eines der Teamfähigkeit?" Am vergangenen Montag hatte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, Bartsch Illoyalität vorgeworfen; dieser hatte daraufhin am Freitag angekündigt, nicht mehr als Bundesgeschäftsführer zu kandidieren. Kritik übte Ramelow an Gregor Gysi sowie an Parteichef Lothar Bisky. "Dass wir ein Führungsvakuum haben, liegt daran, dass Funktionsträger, die nicht verantwortlich sind, Verantwortung übernehmen, und umgekehrt Funktionsträger, die verantwortlich wären, keine Verantwortung übernehmen." Der Parteivorstand sei durch Gysis Rede "zum Zuschauer degradiert worden". "Bisky ist noch bis Mai unser Parteichef. Er hätte etwas sagen müssen. Wir brauchen ein Zentrum in der Partei, und das muss auch leiten. Wir brauchen keine Pappkameraden." Ramelow forderte die Flügel seiner Partei auf, einander mehr zuzuhören und die Grabenkämpfe zu beenden. "Wer jetzt meint, die eine Seite müsse über die andere Seite triumphieren, der zerstört den Erfolg der Linken." Der thüringische Politiker stellte klar, dass er selbst als Bundesgeschäftsführer nicht zur Verfügung stehe. "Ich kandidiere nicht", sagte er. Er wolle weiterhin die Schiene der Fraktionsvorsitzenden seiner Partei stärken.
DEU / Parteien
17.01.2010 · 15:56 Uhr
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