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RAF-Prozess gegen Becker: Was geschah genau?

Verena BeckerGroßansicht

Stuttgart (dpa) - Mit der Zeugenvernehmung eines Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) ist der Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker am Donnerstag in Stuttgart fortgesetzt worden.

Die Bundesanwaltschaft wirft der 58-Jährigen vor, Mittäterin bei der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen beiden Begleitern am 7. April 1977 in Karlsruhe gewesen zu sein. Bubacks Dienstwagen war an einer Kreuzung von einem Motorrad aus beschossen worden, auf dem zwei Mitglieder des Mordkommandos saßen.

Der Kriminalbeamte gehört nach eigener Aussage seit 1980 dem BKA an und hatte 2007 die Ermittlungen gegen Becker wieder aufgenommen. Er schilderte vor Gericht vorwiegend seinen Kenntnisstand über das Attentat, den er weitgehend aus den Akten gewonnen und in einen Sachstandsbericht zusammengefasst hatte.

Wie schon am ersten Verhandlungstag saß Becker schweigend auf der Anklagebank. Michael Buback - der Sohn des ermordeten Bundesanwalts - verfolgte als Nebenkläger den Prozess und schaltete sich immer wieder mit Fragen zu Ermittlungsdetails ein.

Ihn interessieren vor allem mögliche weitere Zeugen des Anschlags sowie Einzelheiten zum Motorrad vom Typ Suzuki, mit dem die Tat begangen wurde. So wurde bei Beckers Festnahme am 3. Mai 1977 ein Schraubendreher gefunden, der möglicherweise aus dem Bordwerkzeug der Suzuki stammen könnte. Dies hatte aber der Vermieter des Motorrads den Akten zufolge in seiner Aussage bei der Polizei verneint.

Die Bundesanwaltschaft geht nicht davon aus, dass Becker selbst auf dem Motorrad saß. Die Anklage wegen Mittäterschaft begründet sie damit, dass die damals 24-Jährige bei der Entscheidung über den Anschlag, bei der Planung sowie dem Versand der Bekennerschreiben eine maßgebliche Rolle gespielt haben soll. Becker war aufgrund der Schießerei bei ihrer Festnahme wegen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt, aber 1989 begnadigt worden. 2008 hatte die Bundesanwaltschaft jedoch neue Ermittlungen gegen sie aufgenommen, nachdem in den Medien über angeblich geheim gehaltene Erkenntnisse zum Attentat auf Buback berichtet worden war.

Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft zur Anklageerhebung

Prozesse / Terrorismus / RAF
07.10.2010 · 13:16 Uhr
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