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Quelles Weg von der Insolvenz zur Abwicklung

Sämtliche Rettungsbemühungen für das Unternehmen Quelle mit rund 10 500 Beschäftigten sind gescheitert.Großansicht
Hamburg (dpa) - Der Versandhändler Quelle kämpft seit Jahren mit massiven Problemen. Auch ein Insolvenzverfahren konnte das zum angeschlagenen Konzern Arcandor gehörende Traditionsunternehmen nicht retten.

Juli 2007: Die in tiefroten Zahlen steckende KarstadtQuelle AG wird in Arcandor AG umbenannt.

8. Juni 2009: Der Lenkungsausschuss des «Wirtschaftsfonds Deutschland» lehnt den Arcandor-Antrag auf eine Staatsbürgschaft von 650 Millionen Euro und einen Kredit über 200 Millionen Euro ab. Der Bund verweigert auch staatliche Rettungsbeihilfen.

9. Juni 2009: Arcandor stellt Insolvenzantrag für die Arcandor AG sowie die Töchter Karstadt und Quelle.

18. Juni 2009: Die bayerische Staatsregierung sagt die Beteiligung an einer geplanten 50-Millionen-Euro-Bürgschaft von Bund und Ländern für Quelle zu. Das Versandhaus braucht unter anderem bis zu 25 Millionen Euro für den Druck des neuen Kataloges, ohne den das Unternehmen sein Versandgeschäft nicht fortführen kann.

2. Juli 2009: Die Druckereien stoppen die Produktion und Auslieferung des Katalogs. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Arbeiten nicht bezahlt werden und die Druckereien auf ihren Kosten sitzenbleiben.

13. Juli 2009: Nach einem Appell des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, in Vorkasse zu gehen und die Auslieferung des Katalogs nicht weiter zu blockieren, laufen die Druckmaschinen wieder an.

13. August 2009: Görg kündigt den Abbau von rund 3700 der 10 500 Arbeitsplätze bei der Versandhandelssparte Primondo/Quelle an.

15. August 2009: Die Suche nach einem Investor für den gesamten Arcandor-Konzern wird eingestellt. Jetzt geht es nur noch um die Sanierung der Töchter.

1. September 2009: Das Essener Amtsgericht eröffnet die Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften. Vorstandschef Karl-Gerhard Eick und fast der gesamte Vorstand verlassen das Unternehmen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird zum Insolvenzverwalter bestellt.

11. September 2009: Görg vereinbart mit den drei beteiligten Instituten Valovis Bank, Commerzbank und Bayern LB die Anschlussfinanzierung für das sogenannte Factoring von Primondo/Quelle. Dabei verkauft das insolvente Unternehmen seine Kundenforderungen an die Banken, die Quelle im Gegenzug mit Geld versorgen. Nun sucht der Insolvenzverwalter einen Investor für die Versandhaussparte von Arcandor.

13. Oktober 2009: Görg schließt bei Primondo/Quelle einen weiteren Personalabbau über die angekündigten 3700 Stellen hinaus nicht aus. Medienberichten zufolge sollen mehrere hundert zusätzliche Stellen betroffen sein.

19. Oktober 2009: Quelle soll abgewickelt werden. Laut Insolvenzverwalter sind Verkaufsanstrengungen erfolglos geblieben.

Handel / Quelle
20.10.2009 · 12:33 Uhr
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