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Psychologin Preusker kritisiert Urteil der Verfassungsrichter zur Sicherungsverwahrung

Straubing (dts) - Die ehemalige Chef-Therapeutin der Justizvollzugsanstalt Straubing, Susanne Preusker, hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Sicherungsverwahrung scharf kritisiert. In einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin "Focus" schreibt die Psychologin, das Gericht negiere "die Realitäten, die der Alltag mit gefährlichen Straftätern" aufweise. Ihr seien in ihrer Berufspraxis immer wieder Sicherungsverwahrte begegnet, denen sie das "Etikett `nicht therapierbar`" habe verpassen müssen, so Preusker.

"Es gibt ihn nämlich, den gefährlichen Straftäter, der mit herkömmlichen und heute bekannten psycho- und sozialtherapeutischen Methoden nicht erreichbar ist." Preusker, die 2009 von einem inhaftierten Sexualtäter und Mörder als Geisel genommen und mehrfach vergewaltigt worden war, rügte in "Focus" den "unreflektierten und durch nichts zu begründenden Therapieoptimismus" der Verfassungsrichter. Deren Botschaft an die Fachwelt laute: "Macht sie mal alle gesund und ungefährlich und entlassungsgeeignet. Und wenn Ihr nicht wisst, wie das gehen könnte, dann lasst Euch mal etwas einfallen." Dagegen mache das Gericht keine Vorgaben darüber, "was der Verwahrte zu leisten" habe, um seine Gefährlichkeit zu minimieren.
DEU / Justiz / Kriminalität
15.05.2011 · 11:57 Uhr
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