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Prozess gegen Bürgerrechtlerin Suu Kyi vertagt

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Rangun (dpa) - Im Prozess der birmanischen Militärjunta gegen die Bürgerrechtlerin Aung San Suu Kyi hat die Anklage ihr Plädoyer auf kommenden Montag vertagt. Das sagte ein Anwalt der Angeklagten am Freitag in Rangun.

Die Verteidigung hatte am Freitag in ihrem zweieinhalbstündigen Plädoyer versucht, die Unschuld von Suu Kyi zu beweisen. Die Militärjunta wirft der 64-Jährigen vor, die Auflagen ihres Hausarrests gebrochen zu haben. Ihr drohen fünf Jahre Haft.

Anlass für die Anklage ist ein Vorfall von Anfang Mai. Damals war der Amerikaner William Yettaw, Mitglied der christlichen Mormonen- Kirche, durch einen See zu ihrem streng bewachten Haus geschwommen. Er habe Visionen gehabt und wollte Suu Kyi vor einem Attentat warnen, sagte er im Verhör nach Angaben der Behörden. Er ist ebenfalls angeklagt. Suu Kyi ließ den ungebetenen Gast zwei Tage bei sich bleiben, weil er nach eigenen Angaben zu erschöpft war, um zurückzukehren.

Suu Kyi hatte vor dem Verhandlungstag am Freitag gesagt, sie rechne «mit dem Schlimmsten». Sie sitzt seit Mai im berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun ein. Zuvor hatte sie 13 der letzten 19 Jahre in Hausarrest verbracht. Am Prozesstag am Freitag nahmen nach Berichten von Augenzeugen auch die Botschafter Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs und Italiens teil. International wird das Verfahren als Schauprozess angesehen, mit dem eine aktive Beteiligung der Bürgerrechts-Ikone an den Wahlen im nächsten Jahr verhindert werden soll. Wann es zu einem Urteil kommt, ist unklar.

Die Verteidiger der 64-Jährigen sagten, sie hätten starke Argumente vorgetragen. Der US-Amerikaner Yettaw habe sie bereits im vergangenen November kontaktiert. Diesen Kontakt habe Suu Kyi ordnungsgemäß gemeldet, ohne eine Antwort von den Behörden bekommen zu haben. Die Bürgerrechtlerin sei auf ein hartes Urteil vorbereitet.

Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie hatte die Wahlen im Jahr 1990 klar gewonnen. Die Militärjunta hat sie aber seitdem von der Macht ferngehalten. Der Umgang mit Suu Kyi hat international für Proteste gesorgt. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte erst in der vergangenen Woche Birma verbesserte Beziehungen angeboten, sollte die Bürgerrechtlerin freigelassen werden. Eine staatliche Zeitung in Birma schrieb am Freitag in einem Kommentar, die Freilassung von Suu Kyi zu fordern, bedeute geltendes Recht zu ignorieren.

Menschenrechte / Birma
24.07.2009 · 14:27 Uhr
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