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Proteste und Gewalt gegen Mülldeponie bei Neapel

Berge von Müll stapeln sich auf den Straßen Neapels. Besonders das historische Zentrum ist stark betroffen. Foto: Ciro Fusco, dpa.Großansicht

Rom/Terzigno (dpa) - Das neapolitanische Müllchaos nimmt kein Ende. Bei Neapel ist es in der Nacht zum Donnerstag und dann auch tagsüber erneut zu gewaltsamen Protesten gegen die geplante Öffnung einer Deponie in einem Naturpark gekommen.

Mehrere hundert Menschen lieferten sich nachts in der Ortschaft Terzigno Straßenschlachten mit der Polizei. Während der Zusammenstöße setzte die Polizei auch Tränengas ein. Zwei Demonstranten wurden festgenommen, mindestens drei Menschen verletzt. Angesichts der zugespitzten Lage will Ministerpräsident Silvio Berlusconi eine Krisensitzung einberufen, wahrscheinlich bereits für diesen Freitag.

Im nahe gelegenen Ort Boscoreale schlugen Randalierer tagsüber die Scheiben von Geschäften ein, zündeten eine italienische Fahne an und setzten ein Polizeiauto in Brand. Auch fünf Müllzerkleinerer, die trotz einer Polizeieskorte von aufgebrachten Demonstranten attackiert werden konnten, gingen dabei in Flammen auf. Zwei Polizeibeamte wurden verletzt.

Unterdessen blockierten Demonstranten erneut die Zufahrtsstraße zur Deponie Sari bei Terzigno. Einige Müllfahrzeuge schafften es jedoch, die Kippe zu erreichen. Bereits im September hatte der neapolitanische Polizeichef Santi Giuffre Polizeieskorten für die Fahrzeuge angeordnet. Unbekannte hatten zuvor Müllautos angesteckt.

Die italienische Regierung hat beschlossen, in einem Naturpark bei Neapel eine zweite Mülldeponie wieder in Betrieb zu nehmen. Dadurch will sie der erneuten Abfallkrise in der Region Herr werden. 1400 Tonnen Abfall türmen sich wieder in und um die Vesuv-Metropole. Seit Wochen schon protestieren die Anwohner von Terzigno vor allem gegen diese Deponie. «Wir werden niemals akzeptieren, dass die Mülldeponie "Cava Vitiello" wieder in Betrieb genommen wird», sagte Gennaro Langella, Bürgermeister der nahe der Deponie liegenden Ortschaft Boscoreale.

Berlusconi hatte das Müllproblem der Region vor zweieinhalb Jahren durch militärische Sondereinsätze teilweise bewältigt. Noch ist die neapolitanische Müllkrise nicht so dramatisch wie damals.

Umwelt / Müll / Italien
21.10.2010 · 17:54 Uhr
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