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Proteste in Thailand verschärfen sich

Bangkok (dts) - Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hat heute für Bangkok den Ausnahmezustand verhängt. Die oppositionellen "Rothemden" hatten zuvor das Parlament des Landes gestürmt. Hunderte Protestler hatten die Sperren und Wachen überwunden und waren bis in den zweiten Stock des Gebäudes eingedrungen. Vejjajiva, eines der Ziele des Protestes, hatte das Parlament zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen können. Einige Minister flohen nach einer Kabinettssitzung ebenfalls mit einem Hubschrauber. "Viele von uns kletterten über eine Mauer auf ein angrenzendes Gelände, wo ein Regierungshubschrauber wartete", schilderte ein Politiker die Flucht. Die Protestler blieben noch etwa 20 Minuten auf dem Parlamentsgelände. Auch eingetroffene Polizeitruppen hatten die Menschenmenge nicht vertreiben können. Die Oppositionellen nahmen den Sicherheitskräften stattdessen Gewehre und Tränengas-Kanister ab, bewarfen die Polizisten mit Plastikflaschen. Eine Handgranate traf die Parteizentrale Abhisits. Die Proteste in Thailand dauern bereits seit mehreren Wochen an. Ein Einkaufs- und Geschäftsviertel der Hauptstadt Bangkok befindet sich seit Samstag in der Hand Zehntausender Protestler. Die "Rothemden", die sich größtenteils aus Angehörigen der ärmeren Landbevölkerung und des Proletariats zusammensetzen, sind Anhänger des früheren und im Jahr 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie fordern den Rücktritt des Ministerpräsidenten und Neuwahlen. Abhisit hat sich inzwischen zu Wahlen im Dezember bereit erklärt, hält sie zum jetzigen Zeitpunkt aber für nicht durchführbar.
Thailand / Proteste / Gewalt
07.04.2010 · 14:01 Uhr
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