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Protestaktionen nach tödlichem Schuss auf schwarzen Teenager

Er war schwarz, der Schütze ist weiß: Der öffentliche Zorn in den USA über den gewaltsamen Tod eines Teenagers dauert an. Am Samstag gingen wieder Tausende auf die Straße. Ihr Motto: Gerechtigkeit für Trayvon. Foto: Brian BlancoGroßansicht

Washington (dpa) - Nach dem tödlichen Schuss auf einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen im US-Staat Florida haben am Wochenende erneut tausende Amerikaner für Gerechtigkeit und gegen Rassismus demonstriert.

Bei den Protestaktionen unter anderem in Washington, New York, Chicago und Tampa waren viele Teilnehmer mit schwarzen Kapuzen-Sweatshirts bekleidet - ähnlich jenem, das der 17-jährige Trayvon Martin am Tag seines Todes getragen hatte.

Auch via Facebook und Twitter haben mittlerweile Millionen Menschen ihrem Zorn und ihrer Verbitterung über Trayvons gewaltsames Ende Luft gemacht. Barack Obama, der erste schwarze Präsident der USA und Vater von zwei Töchtern, hatte sich am Freitag ebenfalls geäußert: «Wenn ich einen Sohn hätte, würde er wie Trayvon aussehen», sagte er. «Wenn ich an diesen Jungen denke, denke ich an meine eigenen Kinder.»

Trayvon war am 26. Februar in Sanford, einem Vorort von Orlando, während eines Abendspaziergangs getötet worden. Der 28-jährige Schütze George Zimmerman, ein Weißer, der in dem Wohngebiet freiwillig Sicherheitspatrouillen durchführte und deswegen bewaffnet war, gab an, dass er aus Notwehr gehandelt habe. Er soll den Jungen in einem Anruf bei der Polizei kurz vor der Tat mit einem rassistischen Schimpfwort bedacht haben.

Seit der Fall US-weit bekannt wurde, reißen die Proteste nicht ab, weil die Behörden zunächst nicht gegen Zimmerman vorgingen. Sie machten geltend, dass erste Untersuchungen nicht genügend Beweise für ein kriminelles Verhalten erbracht hätten. Nun wird sich aber am 10. April eine Grand Jury (Anklagekammer) mit dem Fall beschäftigen und darüber entscheiden, ob Anklage wegen Mordes erhoben werden soll. Die Demonstranten riefen den 10. April zum Kapuzentag auf: Jeder bis hin zu Obama solle dann eine Kapuze tragen.

Allein in Washington forderten am Samstag 2000 Demonstranten «Gerechtigkeit für Trayvon». Sie prangerten an, dass es weiterhin Rassismus in den USA gebe - trotz der Tatsache, dass die USA mit Obama von einem schwarzen Präsidenten gelenkt würden. «Man kann in diesem Land immer noch ermordet werden, weil man schwarz ist», sagte Demonstrant Bless Davis.

Eine schwarze Separatistengruppe, die New Black Panther Party, setzte ein «Kopfgeld» in Höhe von 10 000 Dollar für die «Gefangennahme» Zimmermans aus. In Florida wurde nach Medienberichten ein 68-Jähriger festgenommen, der den inzwischen aus dem Amt geschiedenen Polizeichef von Sanford mit dem Tode bedroht hatte.

Demonstrationen / Kriminalität / USA
25.03.2012 · 09:32 Uhr
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