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Pro und Kontra Solarförderung

Die Kürzungen in der Solarbranche sind umstritten. Foto: Wolfgang KummGroßansicht

Berlin (dpa) - Um die Solarförderung ist fast wie früher um die Atomkraft eine Art Glaubenskrieg entbrannt. Eine Übersicht über die wichtigsten Pro- und Kontra-Argumente:

PRO

- Im Sommer, aber auch jetzt im Winter senkt Solarstrom gerade bei hohen Verbrauchsspitzen in den Mittagsstunden den Börsenstrompreis.

- Die Photovoltaik hat laut Bundesnetzagentur mitgeholfen, die Stilllegung von acht Atomkraftwerken aufzufangen.

- Die kurzfristige Mehrbelastung durch die Förderung macht sich langfristig durch stabilere Strompreise bezahlt, denn es werden schon jetzt Importkosten für immer teurer werdende Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle in Milliardenhöhe vermieden.

- Es gibt mehr als 100 000 Jobs in dem Bereich, laut Solarwirtschaft wurden 2010 Steuermehreinnahmen von 1,45 Milliarden erzielt.

- Es werden bereits rund 12,5 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr durch Solarenergie eingespart, betont die Solarwirtschaft.

- Die meisten Förderkosten sind Altlasten, durch enorme Kosten- und Fördersenkungen werde die über den Strompreis zu zahlende Solarumlage von knapp zwei Cent je Kilowattstunde bis 2016 nur minimal steigen, der Strommixanteil aber um bis zu 70 Prozent auf 6,8 Prozent zulegen.

- Die Energieform steht bei den Kosten kurz vor dem weltweiten Durchbruch, mit riesigen Exportchancen für Deutschland.

- Immer mehr Menschen können dank Solarstrom energieautark werden, bei Strompreisen von 26 Cent je Kilowattstunde ist die Eigenversorgung mit der Solaranlage für viele Menschen lukrativ.

- Durch mehr Eigenversorgung werden die Netze entlastet, und mit Solarstrom kann die Versorgung dezentraler gestaltet werden.

KONTRA

- Sonnenstrom hatte 2011 erst einen Anteil von rund drei Prozent am Strommix. In Deutschland gibt es je nach Region im Schnitt meist nur 1000 Sonnenstunden im Jahr. Für Konzerne wie RWE ist Solarenergie in Deutschland daher «so sinnvoll wie Ananas züchten in Alaska».

- Die Vergütungszahlungen belaufen sich auf fast acht Milliarden Euro pro Jahr. Daher ist Solarenergie für die Bürger, die die Förderung über den Strompreis zahlen, die mit Abstand teuerste Ökoenergie-Art.

- Das Stromnetz ist bisher noch nicht fit für immer mehr Solarstrom. Der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler, fordert, dass der Ausbau mit dem Netzausbau Hand in Hand gehen müsse.

- Der in einer Mietwohnung lebende Billiglöhner aus Berlin-Marzahn finanziert durch die im Strompreis eingepreiste Solarumlage dem Zahnarzt am Starnberger See die Rendite für seine Solar-Dachanlage.

- Die auf 20 Jahre garantierten Förderkosten können sich am Ende auf mehr als 100 Milliarden Euro summieren. Statt einer Anschubhilfe zur Markteinführung habe sich die Förderung in eine gewaltige Dauersubvention verwandelt.

- Der nur wenige Stunden am Tag verfügbare Solarstrom ist mangels Stromspeichern die mit Abstand ineffizienteste Stromgewinnungsform.

- 70 bis 80 Prozent der Module kommen inzwischen aus China. Angesichts des Preisdrucks müssen unabhängig von der Förderhöhe viele deutsche Unternehmen ums Überleben kämpfen, während die Verbraucher mit Milliardenzahlungen Chinas Solarindustrie aufpäppeln.

Kabinett / Energie / Solar
29.02.2012 · 13:53 Uhr
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