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Pressestimmen zur Auszeichnung von Obama

Hamburg (dpa) - Der Friedensnobelpreis für US-Präsident Barack Obama ist das beherrschende Thema der Kommentatoren der internationalen Presse am Samstag. Eine Auswahl:

«Aftenposten» (Norwegen): «Präsident Barak Obama ist ein würdiger Träger des Friedensnobelpreises. Die Vergabe an ihn ist aber auch eine der gewagtesten in der Geschichte dieser Auszeichnung.»

«Svenska Dagbladet» (Schweden): «Kann man den Friedensnobelpreis auf Vorschuss bekommen? Offenbar. Die Reaktion aus dem Weißen Haus ist nur zu verständlich: Wow!»

«Aftonbladet» (Schweden): «Eine peinliche Entscheidung. Natürlich ist Barack Obama nicht gleich George W. Bush. Aber reicht dieses Faktum für einen Friedensnobelpreis?»

«Jyllands-Posten» (Dänemark): «Obama ist eine Art globaler Psychotherapeut geworden, der uns allen gefühlsmäßige Erleichterung in einer brutalen und schwer überschaubaren Welt verschaffen soll.»

Berlingske Tidende» (Dänemark): «Es besteht jetzt das Risiko, dass Obama in derselben Woche mehr Soldaten nach Afghanistan schickt, in der er den Friedensnobelpreis in Empfang nimmt. Auch innenpolitisch könnte dieser ein Problem für ihn werden.»

«Politiken» (Dänemark): «Wenn Obama liefert, was er seinen amerikanischen Wählern und der ganzen Welt versprochen hat, wird das den Friedensnobelpreis überreichlich rechtfertigen. Vorerst geht es aber um einen Vorschuss. Noch hat Obama nur Hoffnung geliefert.»

«The Times» (Großbritannien): «Die Auszeichnung des Nobelkomitees an Präsident Obama entwürdigt den Friedenspreis, erscheint parteipolitisch und sollte das Weiße Haus beschämen.»

«Independent» (Großbritannien): «Die Auszeichnung mag ihm (Obama) angesichts der rechtslastigen Kritiker innenpolitisch das Leben erschweren, doch für den Rest der Welt ist der Präsident eine Quelle der Inspiration.»

«The Guardian» (Großbritannien): «In Wirklichkeit ist die Auszeichnung weniger eine Anerkennung von Obamas Erfolgen als ein Zeichen des Dankes der Welt dafür, dass er nicht wie George W. Bush ist.»

«de Volkskrant» (Niederlande): «Was eigentlich eine Krönung sein sollte, könnte für Obama zu einer bleiernen Last werden.»

«NRC Handelsblad» (Niederlande): «Vermutlich hat Präsident Obama sich geschmeichelt gefühlt. Aber er muss begreifen, dass der Preis für ihn eher lästig als nützlich sein wird.»

«Trouw» (Niederlande): «Er (Obama) verfügt jedenfalls über alle Voraussetzungen, sich den Nobelpreis letztendlich tatsächlich zu verdienen.»

«Libération» (Frankreich): «Die Ehrung ist auch eine Herausforderung. (...) In dieser Hinsicht ist der Friedensnobelpreis nicht vorzeitig vergeben worden, sondern ist ein echtes Zeichen der Hoffnung.»

«Le Parisien» (Frankreich): «Für den Friedensnobelpreisträger wird es von nun an schwer sein, eine Aufstockung der 68 000 Soldaten in Afghanistan zu rechtfertigen oder mit den vielfachen Raketenangriffen gegen El Kaida und die Taliban im Norden Pakistans weiterzumachen.»

«Le Figaro» (Frankreich): Die Verleihung des Nobelpreises an Barack Obama vergrößert die internationale Statur des amerikanischen Präsidenten nochmals, aber er erhöht den unermesslichen Druck, der auf ihm lastet.»

«El País» (Spanien): «Obama hat (..) mit einem beträchtlichen Teil der einseitigen und aggressiven Politik seines Vorgängers George W. Bush Schluss gemacht.»

«El Mundo» (Spanien): «Seine Landsleute fragen sich derweil, welche Verdienste Obama in den zwölf Tagen erworben hat, die zwischen seinem Amtsantritt am 20. Januar und dem offiziellen Annahmeschluss der Nobelpreis-Kandidaturen am 1. Februar liegen.»

«ABC» (Spanien): «Es ist nicht gerecht, die Versprechen der Politiker zu belohnen. Vielmehr muss beurteilt werden, ob sie in der Lage sind, diese zu halten.»

«Corriere della Sera» (Italien): «Am Freitag ist eine neu Ära angebrochen, die des Nobelpreises aus Vertrauen.»

«Basler Zeitung» (Schweiz): «Den Tatbeweis seines Durchsetzungsvermögens hat Obama bisher nicht erbracht.»

«Neue Zürcher Zeitung» (Schweiz): «Der Entscheid des Osloer Komitees lässt sich als Rückenstärkung für einen Hoffnungsträger interpretieren.»

«Tages-Anzeiger» (Schweiz): «Diese Auszeichnung hat Barack Obama nicht erwartet, nicht verdient und nicht gebraucht.»

«Kurier» (Österreich): «Der Nobelpreis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der von vielen wie ein Messias gefeierte Obama auf dem harten Boden der politischen Realität aufgeschlagen ist.»

«Der Standard» (Österreich): «Der Präsident einer Supermacht kann nicht nach der Attraktivität seiner Ideen beurteilt werden, sondern nach den Ergebnissen seiner Politik. (...) Deshalb kommt der Nobelpreis für Barack Obama auf jeden Fall zu früh.»

«Die Presse» (Österreich): «Die Auszeichnung rief in Washington wieder jene messianische Erwartung in Erinnerung, die Obamas Wahlkampagne und sein Slogan "Yes, we can" geweckt hatten. Nicht zuletzt die vergangenen Tage haben allerdings vorgeführt, dass auch ein Barack Obama nicht auf Wasser wandeln kann, wie manche es ironisch formulierten.»

«Gazeta Wyborcza» (Polen): «Ein Anführer einer Großmacht braucht keine Unterstützung durch den Nobelpreis. Dagegen brauchen solche Unterstützung tausende Menschenrechtler. ...»

«Rzeczpospolita» (Polen): «Obamas Wahl provoziert nur Lachsalven, wie ein Sketch von Monty Python.»

«24 Tschassa» (Bulgarien): «Der prestigeträchtige Preis wird ihm (Obama) dafür verliehen, dass er der Welt eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben hat.»

«Kommersant» (Russland): «Diese Auszeichnung ist ein Vertrauensvorschuss für den neuen Chef im Weißen Haus. (...) Es ist zu befürchten, dass der Preis Barack Obama einen Bärendienst erweist - dies dürfte kaum seine Popularität im eigenen Land erhöhen.»

«China Daily» (China): «Eine verwirrende Entscheidung, die dazu dient, Initiativen zu ermutigen, die Atomwaffen verringern, die Spannungen mit der muslimischen Welt abbauen sowie Diplomatie und Kooperation anstelle einer Politik des Alleingangs betonen.»

«Global Times» (China): «Eine kontroverse Verleihung, die einen Großteil der Welt geschockt und weitreichende Debatten ausgelöst hat.»

Pressestimmen / Nobelpreise / International
10.10.2009 · 11:34 Uhr
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