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Positives Echo auf Obama-Ankündigung

US-Soldaten in AfghanistanGroßansicht

Washington/Kabul (dpa) - Der von US-Präsident Obama angekündigte Teilabzug der Truppen aus Afghanistan wird von der Regierung in Kabul begrüßt. Auch andere Länder wollen ihre Soldaten nach Hause holen. Den Taliban geht das nicht schnell genug. Sie drohen mit einer Eskalation der Gewalt.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai nannte die Ankündigung des US-Teilabzugs einen bedeutenden Schritt «zum Nutzen sowohl der Vereinigten Staaten als auch des afghanischen Volkes».

Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen reagierte positiv auf die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama. «Die Entscheidung des Präsidenten ist ein natürliches Ergebnis der Fortschritte, die wir gemacht haben», erklärte er in Brüssel. «Wir sehen, dass sich das Blatt wendet.»

Frankreich leitet ebenso wie die USA den Truppenabzug ein. Angesichts der erzielten Fortschritte werde man mit einem schrittweisen Abzug der Kräfte beginnen, ließ Staatspräsident Nicolas Sarkozy mitteilen. Der Abzug der derzeit rund 4000 Soldaten soll nach einem ähnlichen Zeitplan wie der der Amerikaner erfolgen und diesem auch von der Größenordnung prozentual entsprechen.

Der britische Premierminister David Cameron bekräftigte seine Pläne, die 9000 Soldaten seines Landes bis 2015 aus Afghanistan abzuziehen. Die Bundesregierung will sich noch nicht auf eine Größenordnung für den Truppenabzug festlegen.

Obama hatte in einer Rede an die Nation am Mittwochabend (Ortszeit) angekündigt, bis zum Sommer nächsten Jahres 33 000 von derzeit rund 100 000 US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Bereits in diesem Jahr soll der Truppenumfang am Hindukusch um 10 000 schrumpfen. Seine Entscheidung stützte Obama insbesondere auf deutliche Fortschritte im Kampf gegen die Al-Kaida-Terroristen, die Afghanistan lange Jahre als Operationsbasis benutzt hatten.

Der Teilabzug von US-Truppen aus Afghanistan wird den Kampf gegen die Taliban nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums in Kabul nicht schwächen. «Es gibt keinen Grund zur Sorge, weil der Abzug dieser Soldaten keinen Einfluss auf Sicherheit oder geplante Operationen haben wird», sagte Ministeriumssprecher Sahir Asimi. Die afghanischen Sicherheitskräfte seien «vollständig darauf vorbereitet, das Vakuum zu füllen».

Die Taliban drohten hingegen mit einer Eskalation der Gewalt. «Die Lösung der Krise in Afghanistan liegt in dem sofortigen vollständigen Abzug aller ausländischen Truppen», teilten die radikal-islamischen Aufständischen mit. «Solange dies nicht geschieht, wird unser bewaffneter Kampf Tag für Tag stärker werden.»

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) unterstrich das deutsche Ziel, zum Ende des Jahres mit dem Abzug der Bundeswehr beginnen zu können. Die Größenordnung werde aber erst nach Abstimmung mit den europäischen Partnern festgelegt. «Wir haben Vorstellungen, aber wir wollen erst dann konkrete Zahlen nennen, wenn sie verkündungsreif sind», sagte Westerwelle in der sudanesischen Hauptstadt Khartum.

Australien will seine 1500 Mann starke Truppe in Afghanistan vorerst nicht abziehen. Die australischen Soldaten blieben wie geplant bis 2014 vor Ort, um afghanische Soldaten auszubilden, sagte Premierministerin Julia Gillard in Canberra.

Der Abzug von 33 000 US-Soldaten entspricht der Zahl, um die Obama die US-Truppen in Afghanistan im September 2009 aufgestockt hatte, um die wachsende Gewalt im Land einzudämmen.

«Wir beginnen diesen Truppenabbau von einer Basis der Stärke aus», sagte Obama mit Bezug auf die Erfolge im Kampf gegen das Terrornetz Al-Kaida und offenbar auch mit Blick auf Spitzengeneräle, die sich für einen langsameren Abzug eingesetzt hatten. Anfang Mai hatte eine US-Spezialeinheit Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in seinem Unterschlupf im pakistanischen Abbottabad getötet.

Der Präsident verwies auf Fortschritte beim Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte, denen die USA und die Nato bis Ende 2014 die Verantwortung für die Sicherheitslage im Land übertragen wollen. Bis dahin solle der US-Truppenabbau «stetig» fortgesetzt werden, sagte Obama, ohne Einzelheiten zu nennen.

Konflikte / USA / Afghanistan
23.06.2011 · 12:51 Uhr
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