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Portugal: Kreditwürdigkeit herabgestuft

Lissabon (dpa) - Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Fitch hat im hoch verschuldeten Krisenland Portugal die Alarmglocken schrillen lassen.

«Portugal löst Griechenland in den Alpträumen der Investoren ab», warnte die Wirtschaftszeitung «Diario Economico» (Donnerstag) nach der ersten Senkung der Bonitätsbewertung durch Fitch seit 1998. Der Zugang zu Krediten werde in Zukunft für Private und Unternehmen schlechter, das Geld teurer werden, «ein Hammerschlag für alle Portugiesen».

Fitch stufte die Bonität Portugals von «AA» auf «AA-», dem Niveau Italiens oder Irlands, herab. Der Ausblick bleibe negativ, hieß es. «Portugal ist in der Lage, seine Schulden zu bedienen, aber die Lage kann sich verschlechtern». Die Gefahr einer Liquiditätskrise sei gering, das Bankensystem in Portugal «relativ stark» und das Sparprogramm der Regierung «glaubwürdig». Es gebe aber ein «bedeutendes Risiko», dass das Wirtschaftswachstum niedriger ausfällt als erwartet, warnte Fitch.

Die Regierung sehe sich in ihren Sparbemühungen bestätigt, sagte Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos zur Fitch-Analyse. Die sozialistische Minderheitsregierung von Ministerpräsident José Sócrates will ein «Stabilitäts- und Wachstums-Programm» durchbringen, das eine Reduzierung des Haushaltsdefizits von derzeit 9,3 Prozent auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2013 vorsieht. Es sollen unter anderem Löhne und Gehälter allenfalls minimal steigen, im öffentlichen Dienst nur noch jede zweite freiwerdende Stelle wiederbesetzt werden und die Einnahmen durch Privatisierungen um sechs Milliarden Euro steigen. Sowohl die konservativen als auch die linksgerichteten Oppositionsparteien wollen das Programm ablehnen.

EU / Finanzen / Portugal
25.03.2010 · 13:55 Uhr
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