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Porträts: Seehofer und seine vier Vizes

Peter RamsauerGroßansicht
München (dpa) - Dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer stehen vier Stellvertreter zur Seite. Die vier Stellvertreter werden nach einem ungeschriebenen - und komplizierten - Proporzsystem ausgesucht.

Die entscheidenden Faktoren sind Alter, Geschlecht, Konfession, regionale Herkunft und parlamentarische Ebene - Bundestag, Landtag oder Europagruppe.

Parteichef HORST SEEHOFER (60) übernahm den CSU-Vorsitz nach dem christsozialen Debakel bei der Landtagswahl 2008 im zweiten Anlauf. Beim ersten gescheiterten Versuch nach dem Sturz Edmund Stoibers im Jahr 2007 hatte Seehofer fast die gesamte Führungsebene der CSU gegen sich. Vor zwei Jahren hielten ihn viele CSU-Funktionäre noch für einen unzuverlässigen Luftikus. Der Luftikus entpuppte sich als Löwe: Inzwischen wird ihm hoch angerechnet, dass er die CSU aus der Krise geführt hat und der Partei wieder Geltung in Berlin verschafft hat. Internen Ärger gibt es um seinen Führungsstil, den viele als zu hart und unberechenbar empfinden. Bei seiner Wiederwahl zum Parteichef erhielt er am Samstag in Nürnberg mit 88,1 Prozent einen Dämpfer.

Landesgruppenchef PETER RAMSAUER (55) ist die Stimme der Bundespolitik in der engsten CSU-Spitze. Der gelernte Diplom-Kaufmann übernahm den Vizeposten auf dem CSU-Parteitag im Oktober 2008 mit einem schlechten Ergebnis, weil viele in der CSU ihn für das Debakel bei der Landtagswahl mitverantwortlich machten. Seehofer ließ in internen Runden zunächst durchblicken, dass er mit Ramsauers Arbeit unzufrieden war. Inzwischen ist Ramsauer Spitzenkandidat für die Bundestagswahl - und Seehofer lobt die gesamte CSU-Führungsmannschaft als «erstklassig». Ramsauer erhielt bei der Wahl zum Partei-Vize am Samstag 78,9 Prozent.

Landtagspräsidentin BARBARA STAMM (64) repräsentiert Frauen, Landespolitik und das das soziale Gewissen der CSU. Sie ist neben Ramsauer die einflussreichste in der Stellvertreterriege. Die Unterfränkin ist an der CSU-Basis sehr beliebt und hat einen übervollen Terminkalender, weil alle CSU-Verbände sich gern mit ihr schmücken. Sie wollte eigentlich ihren Stellvertreterposten aufgeben - doch Seehofer bat sie, weiterzumachen. Bei der Wahl zur stellvertretenden Parteichefin bekam Stamm am Samstag 86 Prozent.

Bayerns Justizministerin BEATE MERK (51) ist die zweite Frau aus der Landespolitik. Merk repräsentiert außerdem Schwaben und die, Stadtbevölkerung. Seehofers Vorvorgänger Edmund Stoiber hielt große Stücke auf die frühere Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin. Großen Einfluss in der CSU hat sie nach Angaben von Parteifreunden nicht. Seehofer hat sich bis jetzt öffentlich weder negativ noch sonderlich positiv über Merk geäußert, die am Samstag mit 73,2 Prozent zur Partei-Vize gewählt wurde.

Der frühere Europaparlamentarier INGO FRIEDRICH (67) ist der Senior in der CSU-Spitze. Er vereint drei Proporzmerkmale in einer Person: Franke, evangelisch und Europapolitiker. Ein Schwergewicht ist auch er nicht, obwohl Friedrich international beste Kontakte hat. Bei der Aufstellung der Europakandidaten scheiterte er im Frühjahr, was in der Franken-CSU großen Ärger auslöste. Als Ersatz für Friedrich hätte sich in Gestalt von Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt ein anderer evangelischer Mittelfranke gefunden. Im Interesse des innerparteilichen Friedens entschied sich Seehofer aber für Friedrich, der bei der Wahl zum Parteivize auf 73,2 Prozent kam.

Parteien / CSU / Parteitag
18.07.2009 · 14:11 Uhr
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