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Porträts: Frauenpower gegen die Parteikrise

Frauen an die Macht bei der Linken? Katja Kipping (l.) und Katharina Schwabedissen wollen für einen Generationswechsel in der Partei sorgen - und die Partei aus der Krise führen. Foto: Jochen Lübke

Düsseldorf/Dresden (dpa) - Eigentlich wollte Katja Kipping stellvertretende Linken-Vorsitzende bleiben. Weil zwei Männer die Partei mit ihrem Machtkampf an den Rand der Spaltung gebracht haben, wirft sie ihren Hut noch doch in den Ring - zusammen mit der NRW-Parteichefin Katharina Schwabedissen.

KATJA KIPPING (34) stammt aus Sachsen und damit aus dem mitgliederstärksten Landesverband der Linken. Die politische Bühne betrat die gebürtige Dresdnerin 1999, ein Jahr nach ihrem Eintritt in die PDS. Sie zog als jüngste Abgeordnete in den Landtag ein, nachdem sie sich bereits an der TU Dresden für bessere Studienbedingungen engagiert hatte und sich auch Themen wie Ökologie und Soziales widmete. «Sie verkörpert die moderne Linkspartei, da sie weder aus der alten SED, noch aus SPD oder WASG kommt», sagt Sachsens Landesvorsitzender Rico Gebhardt.

Kipping saß im Sommer 2003 noch über ihrer Magisterarbeit, als sie zur Vize-Bundesvorsitzenden der PDS gewählt wurde. Ihre Genossen attestierten Kipping damals, sie habe sich von der Partei noch nicht so vereinnahmen lassen, sei im notwendigen Maß unangepasst und immer für Überraschungen gut. Das gilt nach Meinung von Weggefährten noch immer. Mit ihrer Forderung nach einem Grundeinkommen wird ihr zugetraut, auch Wähler der Piraten anzusprechen. Seit 2005 sitzt Kipping im Bundestag. Sie ist dort Vorsitzende des Ausschusses Arbeit und Soziales. Seit vergangenem November ist die Slawistin und Literurwissenschaftlerin Mutter einer Tochter.

KATHARINA SCHWABEDISSEN hat ihre Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen gerade erst verschmerzt. Die Parteichefin der NRW-Linken hat überlegt, ob sie in den Krankenschwesterberuf zurückkehren soll, nachdem die Linken aus dem Landtag flogen. Aber jetzt will die 39-jährige für Aufbruchstimmung in der schwächelnden Bundespartei sorgen. Ihre beiden 9 und 14 Jahre alten Söhne hatten bei ihrer Entscheidung für die Kandidatur ein ordentliches Wörtchen mitzureden, erzählt die Pastorentochter aus Bielefeld, die heute im Ruhrgebiet lebt.

Die Linken-Frontfrau in NRW bezeichnet sich als Sozialistin, die «Alternativen zum Kapitalismus» aufzeigen will. Der Sozialabbau gehe weiter, viele Menschen fühlten sich ausgeschlossen. Die Linke werde weiter gebraucht. «Wir müssen jetzt unsere Parteistruktur festigen und wieder an unsere Erfolge anknüpfen.»

Christliche Pfadfinder prägten ihre soziale Ader, sie mag das «Wirken im Kollektiv». Schwabedissens Leitspruch: «Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.» In der Politik helfen ihr nach eigener Aussage Optimismus, Humor und «ein Schuss Selbstironie».

Parteien / Linke
23.05.2012 · 22:09 Uhr
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