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Porträts: Die Verhandlungspartner

Berlin (dpa) - Bei der Wiederaufnahme der Nahost-Friedensgespräche suchen vier Akteure nach einer Lösung. Neben Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sind das Palästinenserführer Mahmud Abbas, Ägyptens Präsident Husni Mubarak und Jordaniens König Abdullah II.

BENJAMIN NETANJAHU: Der 60-Jährige ist seit März 2009 wieder israelischer Ministerpräsident. Dieses Amt hatte er bereits von 1996 bis 1999 inne. 2003 wurde der Rechtsausleger der israelischen Politik Finanzminister unter Regierungschef Ariel Scharon. Im August 2005 legte Netanjahu das Amt aus Protest gegen Israels Abzug aus dem Gaza- Streifen nieder. Nach dem Ausscheiden Scharons übernahm er im Dezember 2005 die Führung der rechts-konservativen Likud-Partei. Als Regierungschef akzeptierte Netanjahu nach langem Zögern grundsätzlich eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt. Wegen seiner Verweigerung eines vollständigen Siedlungsstopps in den Palästinensergebieten hat er immer wieder mit internationaler Kritik zu kämpfen.

MAHMUD ABBAS: Der 75-Jährige gehört zu den Gründern der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Er war dabei, als Palästinenser und Israelis 1993 den Vertrag von Oslo aushandelten, der den Weg zur Palästinenser-Autonomie im Gazastreifen und Westjordanland ebnete. 2003 wurde Abbas für wenige Monate Ministerpräsident, 2005 Nachfolger des gestorbenen ersten Präsidenten Jassir Arafat. Abbas gehört zur moderaten Palästinenserführung, die dem Terror abgeschworen hat und auf Verhandlungen setzt. Aus Frustration über den immer wieder blockierten Friedensprozess und die sich hinschleppende Aussöhnung mit radikalen Palästinensergruppen will Abbas nach nur einer Amtsperiode nicht wieder bei Wahlen antreten.

HUSNI MUBARAK: Der 82-Jährige gelangte über eine Militärkarriere in die Politik. Seit 1974 Vizepräsident, übernahm er 1981 die Staatsführung Ägyptens, als Präsident Anwar el Sadat wegen seines Friedensvertrags mit Israel von radikalen Muslimen ermordet wurde. Mubarak gelang es, an dem in der arabischen Welt umstrittenen Friedensvertrag mit Israel festzuhalten und Ägypten dennoch in einer regionalen Führungsrolle zu halten. Innenpolitisch ging Mubarak hart gegen islamische Extremisten vor, die in den 1990er Jahren ausländische Touristen und Staatsdiener töteten. Zugleich machte er Zugeständnisse an die weniger radikalen Islamisten der Muslimbruderschaft. Eine ausgleichende Außenpolitik und Bemühungen als Vermittler im Nahost-Konflikt machten den Präsidenten zum verlässlichen Partner des Westens in der Region.

ABDULLAH II.: Der 48 Jahre alte König lenkt seit dem Tod seines Vaters Hussein 1999 die Geschicke Jordaniens. Er verfügte anfangs nur über wenig politische Erfahrung, gewann aber schnell an Profil. Innenpolitisch brachte er Wirtschaftsreformen auf den Weg. 2001 ließ Abdullah gemeinsam mit Ägypten einen Nahostplan ausarbeiten, der Friedensverhandlungen nach einem Ende der Gewalt vorsah. 2006 traf sich der König in der jordanischen Hauptstadt Amman mit Israels Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Im Juni 2007 erörterte er zusammen mit Mubarak, Abbas und Olmert im ägyptischen Scharm el Scheich den Nahost-Konflikt.

Konflikte / Nahost
01.09.2010 · 23:00 Uhr
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