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Porträts: Die Spitzenkandidaten

Düsseldorf (dpa) - Die Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen:

Jürgen Rüttgers - Der «schwarze Arbeiterführer»

Seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident pflegt Jürgen Rüttgers vor allem sein Profil als Sozialpolitiker. 2005 schaffte der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU die Beendigung von 39 Jahren SPD-Regierung. In seiner Bundespartei sorgte der Vize-Chef oft für Irritationen - vor allem mit Forderungen nach einer Hartz-IV- Reform und besseren Renten für Geringverdiener. In den vergangen Monaten litten Image und Umfragewerte von Rüttgers unter der Sponsoren-Affäre. Der 58-jährige promovierte Jurist bestreitet aber, bezahlte Gespräche mit Unternehmern geführt zu haben. Vor seiner landespolitischen Karriere war Rüttgers Bundesbildungsminister.

Hannelore Kraft - SPD-Karriere ohne «Ochsentour»

Hannelore Kraft ist eine politische Aufsteigerin aus einfachen Verhältnissen. Die Vorsitzende der Landes-SPD und Landtagsfraktion will jetzt auch erster weiblicher Regierungschef in NRW werden. Ohne die übliche «Ochsentour» machte die 48-Jährige in der SPD zügig Karriere. 2001 wurde die Mutter eines Sohnes Ministerin in Düsseldorf. In zwei rot-grünen Kabinetten war sie zunächst für Bundes- und Europaangelegenheiten, anschließend für Wissenschaft und Forschung verantwortlich. Die Diplom-Ökonomin gilt als zäh und zupackend, hat aber bundesweit selten Aufmerksamkeit erregt. Kraft gehört zum Vorstand und Präsidium der Bundespartei.

Sylvia Löhrmann - Durch die harte rot-grüne Schule

Als Grüne in Nordrhein-Westfalen hat Sylvia Löhrmann die härteste Schule hinter sich: rot-grüne Koalitionsverhandlungen mit den früheren Ministerpräsidenten Wolfgang Clement und Peer Steinbrück. Zähigkeit und ihr kühler Kopf brachten die studierte Lehrerin 1999 auf den Chefsessel der Landtagsfraktion. Dort machte sie sich vor allem als Bildungspolitikerin und frühe Verfechterin einer Gemeinschaftsschule einen Namen. Nach der Abwahl des häufig kriselnden rot-grünen Bündnisses 2005 schaffte Löhrmann es, ihre kleine Fraktion schnell als schlagkräftige Opposition zu profilieren. Die 50-Jährige stammt aus Essen.

Andreas Pinkwart - Garant für Schwarz-Gelb

Der Chaos-Forscher Andreas Pinkwart hat als Chef der nordrhein- westfälischen FDP wenig mit seinem Vorgänger Jürgen Möllemann gemein. Pinkwart gilt als besonnen und solide. Die Bundes-FDP schätzt ihren Vize-Vorsitzenden als Steuer- und Finanzexperten. Nach der Landtagswahl 2005 wechselte Pinkwart überraschend aus dem Bundestag nach Düsseldorf und übernahm das auf ihn zugeschnittene Innovationsministerium der schwarz-gelben Landesregierung. Auch bei Meinungsverschiedenheiten erwies er sich stets als Garant des Bündnisses. Vor seiner politischen Karriere war der 49-jährige Vater zweier Kinder Professor für Betriebswirtschaft.

Bärbel Beuermann - Linke mit vielen Zielen

Bärbel Beuermann will «das Leben, die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt verbessern». Dazu muss die noch völlig unbekannte Spitzenkandidatin der Linkspartei zunächst eine wichtige Hürde nehmen: Erstmals will sie die Linke in den nordrhein-westfälischen Landtag führen. Ob die Partei dort in einem rot-rot-grünen Bündnis oder lieber in der Opposition arbeiten würde, weiß sie selbst noch nicht. Ihren Gestaltungswillen lebt Beuermann derzeit in Wanne-Eickel aus. Dort arbeitet die 54-jährige Lehrerin an einer Förderschule. «Ich zeige den Kindern, dass sie wertvolle Menschen sind», sagt die rothaarige Hernerin über ihre Arbeit.

Wahlen / Landtag / Nordrhein-Westfalen
09.05.2010 · 10:47 Uhr
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