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Porträt: Schwarzer geriet immer wieder selbst in die Kritik

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Köln (dpa) - Alice Schwarzer gilt seit jeher als angriffslustig und bisweilen bissig. Und so ging die 71-Jährige nach den Veröffentlichungen über ihr Schweizer Konto sofort zum Gegenangriff über.

Sie vermutet den Versuch einer bewussten Rufschädigung. «Klar. Zu viele haben in meinem Fall ein Interesse daran. Ein politisches Interesse», schrieb sie in ihrem Blog.

Schwarzer ist seit Jahrzehnten feministische Frontfrau in Deutschland. Das Buch «Der kleine Unterschied und seine großen Folgen» machte sie 1975 berühmt. Zwei Jahre später startete sie die Zeitschrift «Emma». Viele Kampagnen hat Schwarzer angezettelt, um die Unterdrückung von Frauen anzuprangern.

In den vergangenen Monaten war Schwarzer zum Thema Prostitution ein gefragter Talkshow-Gast. Nicht die Prostituierten machten Kasse, sondern Zuhälter, Bordellbesitzer und Menschenhändler - so klagt die Frauenrechtlerin. Mit viel prominenter Unterstützung - von Margot Käßmann bis Wolfgang Niedecken - hat sie einen Appell gegen Prostitution verfasst.

Auch in der Diskussion um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann mischte Schwarzer mit. Dabei geriet Schwarzer selbst in die Kritik, als sie ausgerechnet für die Boulevardzeitung «Bild» von dem Fall berichtete, die sie einst als frauenverachtend attackiert hatte.

2005 erhielt Schwarzer das Bundesverdienstkreuz. Dennoch scheiden sich an ihr die Geister. Junge Autorinnen wie Charlotte Roche oder auch Forscherinnen halten Schwarzers Themen für nicht mehr aktuell, manche meinen, es sei Zeit abzutreten.

Leute / Steuern / Gesellschaft
03.02.2014 · 16:15 Uhr
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