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Porträt: Sarrazin-Verteidigerin Neclá Kelek

Neclá Kelek: «Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen.»Großansicht

Berlin (dpa) - Ihre Gegner sind zahlreich. Viele türkische und muslimische Verbände betrachten die türkischstämmige Soziologin Neclá Kelek als Gegnerin. Auch integrierte Deutsch-Türken der dritten Generation kritisieren Kelek wegen ihrer scharfen Angriffe auf den Islam.

Als Unterstützerin des umstrittenen Bundesbankers Thilo Sarrazin polarisiert die vielfach ausgezeichnete Frauenrechtlerin und Autorin nun weiter.

Kelek wurde 1957 in Istanbul geboren und wuchs in Deutschland auf. Sie studierte Volkswirtschaft und Soziologie und promovierte über Islam im Alltag. Ihr teilweise autobiografisches Buch «Die fremde Braut», für den sie den renommierten Geschwister-Scholl-Preis erhielt, wurde zum Bestseller. 2006 erschien «Die verlorenen Söhne», in diesem Jahr «Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam», in dem es um Koran-Auslegung, Kopftücher, Moscheen und Zwangsheirat geht.

Kelek kritisiert den Islam, weil er Leitkultur sein wolle: «Der Islam trennt nicht Religion und Politik, ist also nicht säkular.» Stattdessen müsse sich der Islam ohne Wenn und Aber dem Rechtsstaat verschreiben. Ihre Kritik richtet sich aber auch gegen nach ihrer Ansicht zu große Toleranz in der deutschen Gesellschaft. Den meisten islamischen Organisationen in Deutschland spricht Kelek eine demokratische Legitimation ab. Sie bezeichnet sie als «Stammesführer», für die Glaube und Politik eins seien.

Ausländer / Integration / SPD / Bundesbank
30.08.2010 · 16:44 Uhr
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