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Porträt: Richter Ottmar Breidling

Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling im Gerichtssaal des Oberlandesgerichtes Düsseldorf.Großansicht
Düsseldorf (dpa) - Richter Ottmar Breidling hat im Sauerland-Prozess sogar die Angeklagten beeindruckt. Auch weil sie keine Chance sahen, diesem «Profi» etwas vorzumachen, entschlossen sich die Terroristen zum Geständnis.

Der 63 Jahre alte Vorsitzende des Staatsschutzsenats am Düsseldorfer Oberlandesgericht ist einer der erfahrensten Richter der Republik in Sachen Terrorismus und politischer Extremismus.

Ob die «Kofferbomber», der «Kalif von Köln» oder islamistische Terroristen von Al Tawhid bis El Kaida - der Jurist hat sie alle schon ins Gefängnis geschickt. Zuvor hatte er bereits den linksgerichteten Terrorismus in Prozessen gegen die Rote Armee Fraktion (RAF), Revolutionäre Zellen und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Visier.

Jahrelang war seine Bilanz makellos: Der Bundesgerichtshof bestätigte jedes seiner Urteile. Erst im letzten El-Kaida-Verfahren stuften die Bundesrichter einen von ihm verurteilten Angeklagten im Nachhinein vom Terroristen zum Terrorhelfer ab.

Bekannt ist Breidling für seine straffe wie akribische, bisweilen auch autoritäre Verhandlungsführung. Konfliktorientierte Verteidiger bekommen das schnell zu spüren. Bei wichtigen Zeugen kann es Wochen dauern, bis der Richter mit ihnen fertig ist.

Der in Bremen geborene und im Rheinland aufgewachsene Breidling ist ein politischer Richter: Vor seinen Urteilsverkündungen gibt er dem Gesetzgeber regelmäßig justizpolitische Hinweise und spart auch nicht mit Kritik, beklagt etwa Missstände beim Umgang mit dem Ausländerrecht oder fordert die Wiedereinführung der Kronzeugenregelung. Breidling war selbst mehrere Jahre Referent im Bundesjustizministerium.

Prozesse / Terrorismus
04.03.2010 · 23:00 Uhr
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