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Porträt: Moody's-Chef McDaniel

New York (dpa) - Auf Cocktail-Partys von Berlin bis Athen dürfte Raymond McDaniel momentan nicht zu den beliebtesten Gästen zählen.

Der gelernte Jurist und Politologe ist Chef der einflussreichen Ratingagentur Moody's - und als solcher am Ende verantwortlich für die Vergabe schlechter Bonitätsnoten an viele Länder in der Eurozone.

Der 54-Jährige ist ein Moody's-Veteran, der in seinen 25 Jahren im Unternehmen unter anderem Geschäftsführer in Europa war. Er kennt den Kontinent also aus nächster Nähe. Seit 2005 lenkt McDaniel die gesamte Ratingagentur von New York aus. Bis April war er gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsrats und damit sein eigener Kontrolleur - dann wurden die Rollen auf Drängen der Aktionäre getrennt.

Man mag in der Machtaufteilung eine Reaktion auf die Kritik an den Ratingagenturen sehen - und an McDaniel selbst. In der Finanzkrise des Jahres 2008 hatten Moody's, Standard & Poor's sowie Fitch die drohende Gefahr zu spät erkannt. Hypothekenpapiere, die die großen Drei der Ratingbranche mit Bestnoten versehen hatten, besaßen mit einem Mal nur noch Schrottwert.

Während mancher Investor alles verlor, geht es Moody's-Urgestein McDaniel finanziell gesehen blendend. Mit einem Gesamteinkommen von gut 6 Millionen Dollar landete er auf Rang 280 der Forbes-Rangliste der Spitzenverdiener unter den Firmenchefs. Binnen fünf Jahren kassierte er nach Berechnungen des US-Magazins insgesamt 29 Millionen Dollar. Krisen hin oder her.

EU / Finanzen / USA
24.07.2012 · 20:46 Uhr
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